150. Todestag von William Trotter

trotter
William Trotter

William Trotter ist der Nachwelt vor allem als Verfasser der Schrift The Whole Case of Plymouth and Bethesda in Erinnerung geblieben, einer wichtigen, wenn auch etwas einseitigen zeitgenössischen Darstellung der Vorgänge, die 1848 zur Trennung zwischen Geschlossenen und Offenen Brüdern führten (die heute erhältliche Ausgabe trägt den Titel The Origin of (so-called) Open-Brethrenism; eine stark bearbeitete deutsche Übersetzung erschien – wahrscheinlich in den späten 1930er Jahren – beim Raven-Verlag Rückbrodt in Leipzig). Weniger bekannt ist, dass Trotter auch zwei umfangreiche Bände über Prophetie (die fast 500-seitigen Plain Papers on Prophetic and Other Subjects [PDF] und die knapp 200-seitigen Eight Lectures on Prophecy) sowie einige kleinere Schriften hinterließ.1

Geboren wahrscheinlich 1818 in Yorkshire,2 kam Trotter mit 12 Jahren zum Glauben und begann bereits zwei Jahre später zu predigen. Mit 19 Jahren wurde er zum Prediger der Methodist New Connexion berufen. Zweifel an der Berechtigung des geistlichen Standes und eine Meinungsverschiedenheit mit der Kirchenleitung über die finanzielle Versorgung der Prediger und ihrer Witwen führten jedoch 1841 dazu, dass er sein Amt niederlegen musste;3 spätestens 1844 gehörte er der jungen Brüdergemeinde in Otley an. Er wurde ein treuer Freund und Gefolgsmann des 18 Jahre älteren John Nelson Darby, von dem er folgenden bekannt gewordenen Ausspruch überlieferte:

The secret of peace within and power without is to be occupied with good – ever and always to be occupied with good.4

William Trotter wurde nur 47 Jahre alt. Er starb heute vor 150 Jahren in Falsgrave bei Scarborough (North Yorkshire).5 Neatby schreibt über ihn:

William Trotter of York, an ex-Methodist minister, is more highly spoken of by every one that knew him than almost any other Plymouth Brother; and his untimely death, while he was yet under fifty, was felt to be a heavy loss of the kind that Christians can least afford.6

Online zugängliche Kurzbiografien Trotters stammen von Henry Pickering, John Bjorlie  und Gordon A. Rainbow.


Anmerkungen:

  1. In deutscher Sprache liegen die Five Letters on Worship and Ministry in the Spirit vor: „Gedanken über den Gottesdienst und das Amt des Heiligen Geistes“, Botschafter des Heils in Christo 15 (1867), S. 21–36, 41–55; Neufassung unter dem Titel „Ein und derselbe Geist“, Botschafter des Heils in Christo 72 (1924), S. 187–193, 207–216, 236–244, 261–271; als Broschüre unter demselben Titel bei R. Brockhaus, Elberfeld 1924 (Heft Nr. 274), unter dem Titel Gottesdienst und Dienst am Wort bei Ernst Paulus, Neustadt 1958 u.ö. (Heft Nr. 150). – Siehe ferner die Artikelserie „Das Reich Gottes“ auf bibelkommentare.de (original “The Kingdom of God”, The Bible Treasury N2 [1898/99], S. 347–350, 361–364, 374–376; N3 [1900/01], S. 7f., 23–25, 41f., 72–74, 89–92, 104–106.
  2. Das genaue Geburtsdatum und der Geburtsort Trotters scheinen bisher nicht bekannt zu sein; das in der Literatur durchweg angegebene Geburtsjahr 1818 wurde vermutlich anhand seines Todesalters errechnet. FamilySearch kennt mindestens vier 1818 geborene William Trotters, von denen jedoch keiner erkennbar aus Yorkshire stammt.
  3. Genaueres bei Peter L. Embley, The Origins and Early Development of the Plymouth Brethren, Diss. Cheltenham 1966, S. 143–147 (PDF S. 89–92).
  4. Der Satz findet sich offenbar nicht in den veröffentlichten Schriften Darbys oder Trotters, sondern scheint nur mündlich überliefert worden zu sein. W. T. P. Wolston zitierte ihn während einer Zusammenkunft am Abend nach Darbys Beerdigung mit dem Hinweis, dass er bleibende Wirkung auf Trotter gehabt habe (“Notes of a Meeting at Bournemouth on the Evening of May 2nd, 1882”, Words of Faith 1 [1882], S. 170–175, hier 175). – Deutsche Übersetzung bei Arend Remmers, Gedenket eurer Führer, Hückeswagen (CSV) ²1990, S. 131: „Das Geheimnis des Friedens im Inneren und der Kraft nach außen ist, sich mit dem Guten zu beschäftigen, ja, sich immer und immer mit dem Guten zu beschäftigen.“
  5. Der genaue Todesort ergibt sich aus zeitgenössischen Zeitungsmeldungen (vgl. meinen Blogeintrag „Namen und Daten“).
  6. William Blair Neatby: A History of the Plymouth Brethren, London (Hodder and Stoughton) 1901, S. 148.

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