150. Todestag von Charles Eynard

Charles Eynard (1808–1876)

Charles François Adolphe Eynard, dessen Todestag sich heute zum 150. Mal jährt, war einer der reichsten Männer Genfs, international mit Akademikern und Politikern vernetzt, außerdem Maler, Autor von Biografien – und „Geschlossener Bruder“. Er gehörte 1842 zu den Mitgründern der „Versammlung“ in Genf, stand drei Jahrzehnte mit John Nelson Darby im Briefkontakt und beherbergte ihn wiederholt in seinem Haus. Im Gegensatz zu vielen anderen Brüdern, so schrieb Darby in seinem vorletzten erhaltenen Brief an ihn im Herbst 1873, habe Eynard ihm immer die Treue gehalten: „Unsere ganze Verbindung war glücklich, und dafür preise ich Gott.“

Dass Eynard mehr mit „dieser armen Welt“ zu tun hatte als er selbst, war Darby bewusst. Ob er umfassend über Eynards Kontakte und Aktivitäten im Bilde war, erscheint allerdings fraglich, denn nicht alle davon dürften mit dem „exklusiven“ Verständnis von „Absonderung“ vereinbar gewesen sein. Dennoch war Eynard vom „geschlossenen“ Standpunkt überzeugt genug, um z.B. 1854 die Anwesenheit des „Offenen Bruders“ Piero Guicciardini in Nizza als Gefahr für die dortige Versammlung anzusehen.

Zum 150. Todestag Eynards habe ich im Arbeitskreis Geschichte der Brüderbewegung ein Referat gehalten, dessen Skript ab heute online verfügbar ist.