Auch am Ende dieses Jahres möchte ich wieder die in den letzten zwölf Monaten erschienenen Veröffentlichungen zur Brüderbewegung übersichtlich zusammenstellen und kurz kommentieren bzw. einordnen.
In die Bibliografie von 2024 habe ich inzwischen noch einige Nachträge aufgenommen:
- Bücher von Bailey, Butters, Daick/Rogers, Summerton und Wertheimer
- Aufsätze von Liese und Miller/Montgomery/O’Hara
- Hochschulschrift von Kanchan
BÜCHER
Tim Grass: Brethren. A Brief Introduction. Studies in Brethren History, Subsidia. Glasgow (Brethren Archivists and Historians Network) 2025. xxi, 199 Seiten. ISBN 978-1-73912-836-4.
Einführung in Geschichte und Praxis der Brüderbewegung. Der Schwerpunkt liegt auf Großbritannien und auf den Offenen Brüdern, aber der Blick richtet sich auch darüber hinaus. Im „Praxis“-Teil wird das Denken der „Brüder“ über Bibel, Evangelium, Kirche, Staat und ihre eigene Identität behandelt.
Tim Grass / T[homas] J[ohn] Marinello (Hrsg.): Brethren and the Last Things. Studies in Brethren History. Glasgow (Brethren Archivists and Historians Network) 2025. xiv, 242 Seiten. ISBN 978-1-73912-835-7.
Der Band enthält die Vorträge der 11. BAHN-Konferenz von 2023:
- Andrew Crome: „Continuities or Changes? The Background to Early Nineteenth-Century British and Irish Eschatology“ (S. 5–22)
- Timothy C. F. Stunt: „Early Brethren Tensions: Theoretical Diversity versus Dogmatic Reality“ (S. 23–34)
- David J. MacLeod: „Brethren and the Millennium, 1: The Nineteenth Century“ (S. 35–62)
- Jeff King: „J. N. Darby and the Function of Systems in his Thought“ (S. 63–71)
- Mark R. Stevenson: „So Heavenly Minded, no Earthly Good? The Eschatological Spirituality of the Brethren“ (S. 73–95)
- Neil Summerton: „Eschatological Dissent and Dissension among the Open Brethren to 1900“ (S. 97–129)
- Tim Grass: „First and Last Things: Creation, Eschatology, and the Environment in Brethren Thinking“ (S. 133–149)
- Roger N. Holden: „F. E. Raven, James Taylor Senior, and Eternal Life“ (S. 151–178)
- John Barber: „Coleman Street Chapel and the Last Things (1966–77)“ (S. 179–188)
- Mark S. Sweetnam: „The Rapture in Contemporary Brethren Thought“ (S. 189–201)
- David J. MacLeod: „Brethren and the Millennium, 2: A Survey of Contemporary Thinking“ (S. 203–231)
- Amy J. Frykholm: „Fiction, Last Things, and the Formation of Apocalyptic Imagination“ (S. 233–242)
Tim Grass / T[homas] J[ohn] Marinello (Hrsg.): The Open Brethren: A Global Movement. Studies in Brethren History. E-Book. Glasgow (Brethren Archivists and Historians Network) 2025. 441 Seiten. ISBN 978-1-73912-838-8.
Die Vorträge der 10. BAHN-Konferenz von 2022 wurden nur digital veröffentlicht (ergänzt um einige weitere Artikel) und können entweder im Format FlipHTML online gelesen oder als PDF heruntergeladen werden:
- Neil Summerton: „The Brethren: A short Global History“ (S. 12–35)
- Keziah Cracknell: „How did the Missionary Echo / Echoes of Service establish itself as the Dominant UK Brethren Mission Organization?“ (S. 36–46)
- Peter Lineham: „Writing Brethren History“ (S. 47–65)
- Timothy C. F. Stunt: „The First Two Decades“ (S. 66–93)
- Sylvain Aharonian: „The Open Brethren Movement in France“ (S. 94–115)
- Dániel Kovács: „The Hungarian Brethren Movement: History, Nature, and Outlook“ (S. 116–141)
- Enris Nase: „A brief Account of Brethren Assemblies in Albania (and a Note on Kosovo)“ (S. 142–162)
- Tórður Jóansson: „The Brethren in the Faeroes: Some Contexts for Growth“ (S. 163–184)
- Mark R. Stevenson: „The Origins of the Brethren in North America“ (S. 185–203)
- Eric S. Price: „The Contribution of Black Plymouth Brethren to the Development of African American Evangelicalism in the United States“ (S. 204–223)
- Richard E. Strout: „The Evangelization of French Canadians and the Establishment of New Testament Assemblies in Canada’s Province of Quebec“ (S. 224–239)
- Joel A. Hernandez: „Brethren Beginnings in Mexico“ (S. 240–251)
- Gabriel Hyacinth: „A History of the Christian Brethren Assemblies of Trinidad and Tobago“ (S. 252–271)
- Sam K. John: „Brethren in India“ (S. 272–306)
- Vijaya Raju Bandela: „The Brethren Movement in Andhra“ (S. 307–337)
- Sam K. John: „A Quest for Radical Reformation: The Emergence of the Kerala Brethren at the Dawn of the Twentieth Century“ (S. 338–373)
- Jean DeBernardi: „The Brethren Movement in Southeast Asia and China“ (S. 374–384)
- Suit Chee Tong: „A History of Brethren Churches in Singapore“ (S. 385–413)
- Ronaldo Magpayo: „The Brethren in the Philippines: A Post-Missionary Perspective“ (S. 414–425)
- Ossie Fountain: „A brief History of the Christian Brethren in Papua New Guinea“ (S. 426–441)
Weitere Bände mit Aufsätzen zur nationalen oder regionalen Brüdergeschichte sollen folgen.
Daniel R(obert) Krause: Truth and Fear. Breaking Free from Religious Fundamentalism. Ohne Ort (Selbstverlag/Amazon) 2025. 196 Seiten. ISBN 979-8-9924219-0-3.
Autobiografie. Der Autor wuchs in den 1960er und 1970er Jahren unter den Tunbridge-Wells-Brüdern im US-Bundesstaat New York auf.
Pedro L. Márquez: Alfredo Hockings. Un misionero inglés en Honduras. La vida y obra de un Pionero del Evangelio en Honduras. Choloma, Honduras (Buscadores de Historia en Honduras) 2025.
Biografie des Engländers Alfred Hockings (1885–1978), der von 1921 bis 1968 als Missionar der Offenen Brüder in Honduras arbeitete. Zum Buch gibt es eine eigene Website. Eine Vorabversion steht anderswo zum Download zur Verfügung.
Chris Nicolson: On the Rolling Tide. The story of the Shetland Brethren. Bridge End, Shetland (Selbstverlag) 2025. xxvi, 116 Seiten. ISBN 978-1-0369-1293-2.
Geschichte der Offenen Brüder auf den zu Schottland gehörenden Shetlandinseln.
Stafford Ray: Escaping from God through Oklahoma. Satan, the Exclusive Brethren and Surviving Excommunication. Ohne Ort? (Selbstverlag/Amazon) 2025. 388 Seiten. 978-1-7638888-9-0.
Autobiografie eines australischen Raven-Taylor-Aussteigers.
Roger Shuff Yatol (Hrsg.): Seriously Romantic. The Journal of William Collingwood RWS. Volumes I–III: 1819–1881. Transcribed and edited with contextual notes. Carlisle (Selbstverlag/Amazon) 2025. v, 546 Seiten. ISBN 979-8-39615473-5.
Roger Shuff Yatol (Hrsg.): Faithful Artistry. The Journal of William Collingwood RWS. Volumes IV–VI: 1881–1903. Transcribed and edited with contextual notes. Carlisle (Selbstverlag/Amazon) 2025. v, 569 Seiten. ISBN 979-8-31135124-9.
An den englischen Maler William Collingwood (1819–1903), der den Offenen Brüdern angehörte und einen kurzen Abriss ihrer Geschichte verfasste, habe ich anlässlich seines 200. Geburtstags 2019 hier im Blog schon einmal erinnert. Er hinterließ sechs Bände mit tagebuchartigen Aufzeichnungen über sein gesamtes Leben (den Zeitraum bis 1857 rekonstruierte er rückblickend), die sich bis heute in Familienbesitz befinden und hier erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im Vorwort gibt Collingwood eine interessante Begründung dafür, warum sein Fokus mehr auf äußeren Ereignissen als auf seiner geistlichen Entwicklung liegt:
Erstens halte ich meine Gefühle im Allgemeinen nicht für aufzeichnungs- oder erinnerungswürdig. Gottes Handeln mit mir in seiner Vorsehung möchte ich stets in Erinnerung behalten – zu seiner Ehre. Aber meine Gefühle gehören mir allein. Ob gut oder schlecht, sie sind allesamt wertlos. Und ich möchte weder, dass mein Christsein darin besteht, noch dass sie im Gedächtnis bewahrt werden.
Zweitens lehne ich es entschieden ab, dass andere das Innenleben eines Menschen kennen, der doch mit Gott im Verborgenen wandeln sollte, oder dass sie sich daran messen – wie es allzu oft geschieht, wenn solche Tagebücher veröffentlicht werden. Ich denke, dass, was auch immer sich manche davon versprechen mögen, durch ihre Verbreitung sowohl den Lesern als auch dem Verfasser wahrscheinlich mehr Schaden zugefügt wird.
Collingwoods oft nur stichwortartige Eintragungen enthalten zahlreiche Hinweise auf Personen und Orte der Brüdergeschichte. Da seine Frau Marie Elisabeth Imhoff (1826–1873) aus der Schweiz stammte, nehmen auch Reisen dorthin breiten Raum ein. Die zweibändige Edition ist mit erläuternden Fußnoten und vielen Abbildungen von Collingwoods Gemälden versehen.
Sheila McGrath Silvernail: Gathered Together. History of the Assembly in Danbury/Brookfield, CT and Elsewhere. New Preston, CT (Selbstverlag) 2025. iv, 262 Seiten. Ohne ISBN.
Diese Lokalgeschichte einer Offenen Brüdergemeinde im US-Bundesstaat Connecticut steht als PDF zum Download zur Verfügung (43 MB); eine gedruckte Ausgabe ist online nicht zu ermitteln.
Núbia Siqueira: George Müller. An Example of Faith and Trust. E-Book. São Paulo (Unipro Editora) 2025. 143 Seiten. ISBN 978-65-5445-070-6.
Biografie. Laut Impressumseite, Google Books und Amazon 2025 erschienen, aber mit dem Copyright-Vermerk 2024. Auch auf Portugiesisch (vermutlich die Originalfassung), Spanisch und Französisch erhältlich.
David A[ndrew] Smith: The Brethren. A historical and theological review. 200th Anniversary Edition 1825–2025. Perth, Australien (Pandani Group) 2025. 64 Seiten. ISBN 978-0-646-71555-1.
Enthält Kapitel über Geschichte, Theologie, Praxis und Zukunft der (Offenen) Brüderbewegung. Eine frühere Version erschien offenbar im Jahr 2000, ist aber online nicht ermittelbar.
Andreas H. Tabert: Brethren Roots. The Triumph and the Tragedy of the Brethren Movement. Edmonton, Alberta (Selbstverlag/Amazon) 2025. 80 Seiten. ISBN 979-827667899-3.
Geschichtlicher Abriss sowohl der Geschlossenen als auch der Offenen Brüder mit Reflexionen zur aktuellen Situation.
W[illiam] G[eorge] Turner: John Nelson Darby – ein Lebensbild. Neustadt (Ernst Paulus) 2025. 76 Seiten. Ohne ISBN.
Die Originalausgabe dieser Biografie erschien 1926 beim „Kelly-Brüder“-Verlag C. A. Hammond in London (2. Auflage 1944) und wurde zwei Jahre später ins Deutsche übersetzt (Verlag von R. Müller-Kersting, Huttwil/Bern, Übersetzung und Vorwort von E. V. Tanner). Angesichts des Fortschritts der Darby-Forschung gerade in den letzten zehn Jahren (Akenson 2016 und 2018, Weremchuk 2021 und 2024, Gribben 2024) ist mir unbegreiflich, warum dieses hoffnungslos veraltete und überholte Buch nach fast einem Jahrhundert noch einmal neu auf den Markt gebracht wird. Längst überwunden geglaubte Irrtümer wie z.B. die Behauptung, Darbys Mutter sei verstorben, als er noch ein Kind war (bereits 1988 von Weremchuk widerlegt!), feiern hier „fröhliche Urständ“. Das Buch hat lediglich noch (forschungs)historischen Wert und kann keinesfalls als aktuelle, zuverlässige Biografie Darbys gelesen werden – was uninformierten Käufern jedoch verschwiegen wird.
AUFSÄTZE
John Bennett: „William Lincoln (1825–1888)“. In: Precious Seed 80 (2025), Heft 1, S. 28 (auch online).
Kurzes Lebensbild des Offenen Bruders William Lincoln, dessen Geburtstag sich am 29. Juni 2025 zum 200. Mal jährte (woran auch hier im Blog erinnert wurde).
Kate Brooks: „Blank, Light, Respectable, Useful: Nineteenth Century Orphan Bodies“. In: Childhood in the Past 18 (2025), S. 55–71 (auch online).
Analyse eines Fotos aus dem Archiv/Museum der Waisenhäuser Georg Müllers in Bristol.
Kate Brooks: „Uncomfortable secrets. Uncovering family history and other stories“. In: The Historian 165 (Spring 2025), S. 46–50.
Über Joseph Bolton Lowe (1853–1925), den Urgroßvater der Autorin, der in Georg Müllers Waisenhäusern aufwuchs.
Iva Ðakovic: „The Development and Activities of Christ’s Church of Brethren in Zagreb“. In: Kairos. Evangelical Journal of Theology 19 (2025), S. 219–261 (auch online).
Geschichte der 1946 gegründeten Brüdergemeinde in Zagreb, die ursprünglich „offen“ war, seit den 1970er Jahren aber anscheinend mit den deutschen „geschlossenen Brüdern“ in Gemeinschaft ist.
Neil Dickson: „Our Heritage: Plymouth Brethren Historiography“. In: The Gospel in the Past. Essays on the Historiography of the Evangelical Movement. Hrsg. von David W. Bebbington. Waco, TX (Baylor University Press) 2025. S. 167–195.
Über die Geschichtsschreibung der Brüderbewegung.
Joshua Fitzhugh: „Myrtlefield House. Resources to Deepen Faith in God and His Word“. In: Cornerstone 9 (2025), Heft 5, S. 10f., 14 (auch online).
Vorstellung des Verlags Myrtlefield House, der die Bücher von David Gooding (1925–2019) herausgibt.
Crawford Gribben: „Eschatology in Evangelical Historiography: Or, Whatever Happened to J. N. Darby?“ In: The Gospel in the Past. Essays on the Historiography of the Evangelical Movement. Hrsg. von David W. Bebbington. Waco, TX (Baylor University Press) 2025. S. 51–70.
Über die Rolle von Darbys Eschatologie in der evangelikalen Geschichtsschreibung.
Tiago Ferraz Heleodoro: „George Müller. Prática da fé na transformação da sociedade“. In: Pós-Escrito 10 (2025), Heft 2, S. 51–63 (auch online).
Übersetzung des Untertitels: „Glaubenspraxis in/bei der Transformation der Gesellschaft“. In portugiesischer Sprache.
Andrew R. Holmes: „Religious Revival and the Challenge of Evangelical Primitivism: Opposition to the Brethren and Lay Preachers in Ulster after the 1859 Revival“. In: Bulletin of the John Rylands Library 101 (2025), Heft 1, S. 61–82 (auch online).
Über den Widerstand gegen „Brüder“ und Laienprediger in Nordirland nach der Erweckungsbewegung von 1859, insbesondere durch die regional dominierende Presbyterian Church in Ireland.
Michael Kotsch: „Georg Müller (1805–1895 [sic]). Fünf Waisenhäuser und großes Vertrauen auf Gottes Versorgung“. In: ders.: Helden des Glaubens. 15 Kurzbiografien aus der Kirchengeschichte. Band IV. Dillenburg/Dübendorf (Christliche Verlagsgesellschaft / Missionswerk Mitternachtsruf) 2025. S. 204–243.
Recht umfangreiches Lebensbild Georg Müllers (1805–1898). Das falsche Todesjahr im Titel, das sich jetzt auch durch alle Bibliografien ziehen wird, wäre vermeidbar gewesen.
Hartmut Kretzer: „Rudolf Kretzer (1907–1975) als Sammler, Auswerter und Multiplikator von ‚Brüder‘-Literatur und -Archivalien“. In: Zeit & Schrift 28 (2025), Heft 3, S. 24–29 (auch online).
Lebensbild Rudolf Kretzers anlässlich seines 50. Todestags, verfasst von seinem Sohn Dr. Hartmut Kretzer, ehemaliger Leiter des Studienseminars Oldenburg für das Lehramt an Gymnasien und Honorarprofessor für Schulpädagogik an der Universität Oldenburg.
Sanja Nilsson / Peter Åkerbäck: „En skola mot strömmen: De exklusiva brödernas skola i Sverige“. In: DIN. Tidsskrift for religion og kultur 1/2025, S. 33–52 (auch online).
Übersetzung des Titels: „Eine Schule gegen den Strom: Die Schule der Exklusiven Brüder in Schweden“. Es handelt sich bereits um mindestens die dritte Veröffentlichung der erstgenannten Autorin über die Raven-Taylor-Symington-Hales-Schule in Nyby. Die Darstellung scheint von Wohlwollen getragen zu sein.
D. Ravikumar: „The Brethren Movement at 200 (1825–2025). Ecclesiology, Eschatology, and Enduring Influence. A Reflection on Two Centuries of Biblical Simplicity and Global Impact“. In: The BBI Journal 2 (2025), Heft 2, S. 123–160 (auch online).
Der Titel dieser Veröffentlichung aus Indien ist an sich selbsterklärend. Über weite Strecken wirkt der Text allerdings wie von einer KI erstellt; Indizien dafür sind nicht nur diverse historische Fehler (z.B. Cronin sei Zahnarzt gewesen, Darby habe bereits die sieben Dispensationen Scofields gelehrt, die Trennung in Plymouth 1845 sei wegen Newtons Christologie erfolgt), sondern vor allem die zu Dutzenden eingestreuten listenartigen Aufzählungen sowie mehrere frei erfundene bzw. „halluzinierte“ Literaturangaben (z.B. die auf S. 157 genannten Bücher von Flegg und McDowell).
Simon Runkel: „Brøðrasamkomur auf den Färöer. Islandness, christliche Moral und Politik aus religionsgeographischer Perspektive“. In: Berichte Geographie und Landeskunde 98 (2025), S. 408–417.
Auf den zwischen Schottland und Island gelegenen Färöer-Inseln ist der Anteil der (Offenen) „Brüder“ an der Gesamtbevölkerung mit 15–16 % weltweit am höchsten. Der Aufsatz geht der Frage nach, „inwiefern die Entstehung, die soziale Stabilität und die gesellschaftspolitische Wirkmächtigkeit“ der färöischen Brüdergemeinden „auch auf die geographische Insellage der Gesellschaft zurückgeführt werden kann und welche Auswirkungen dies mit Blick auf die Trennung von ‚Politik‘ und ‚Religion‘ in der färöischen Gesellschaft hat“. Der Verfasser, dessen Wurzeln in der Geschlossenen Brüderbewegung liegen, ist seit 2019 Professor für Sozialgeographie an der Universität Jena. Warum er sich der im Deutschen üblichen Deklination des Wortes Färöer konsequent verweigert (vgl. bereits den Titel), wurde mir nicht ersichtlich.
Michael Schneider: „Conrad Ferdinand Meyer und die ‚Brüder‘“. In: Zeit & Schrift 28 (2025), Heft 4, S. 27–33 (auch online).
Der Schweizer Dichter Conrad Ferdinand Meyer (1825–1898) interessierte sich aufgrund zweier persönlicher Bekanntschaften um 1860 eine Weile für die „Brüder“ und setzte sich mit deren Ideen auseinander. Im Aufsatz wird vor allem die Geschichte dieser Freundschaften nachgezeichnet (vgl. auch den Blogeintrag zum 200. Geburtstag Meyers am 11. Oktober).
Gerrid Setzer: „William Kelly. Ein fähiger Bibelausleger“. In: Kraft und Gnade. Zehn Männer des Glaubens. Hrsg. von Gerrid Setzer. Hückeswagen (Christliche Schriftenverbreitung) 2025. S. 71–80.
Lebensbild des bekannten Geschlossenen Bruders William Kelly (1821–1906).
Steve Sherwin: „Henry William Soltau (1805–1875)“. In: Precious Seed 80 (2025), Heft 2, S. 14 (auch online).
Henry William Soltau, dessen Todestag sich am 1. Juli 2025 zum 150. Mal jährte, war der Enkel eines deutschen Einwanderers aus Bergedorf bei Hamburg. Durch eine Predigt Percy Francis Halls kam er 1837 in Plymouth zum Glauben und wurde gemeinsam mit Joseph Clulow einer der ersten Verleger der „Brüder“. 1847 trennte er sich von Benjamin Wills Newton, nach 1848 wählte er aber die Seite der Offenen Brüder. Er galt als Spezialist für die Typologie der Stiftshütte und der Opfer und schrieb mehrere Bücher darüber.
Stephen Sherwin: „‘Above the bright blue sky’. Albert Midlane 1825–1909“. In: Precious Seed 80 (2025), Heft 4, S. 12f. (auch online).
Albert Midlane ist im englischen Sprachraum als Liederdichter sehr bekannt. Von seinen über 800 Liedern scheint allerdings nur eines ins Deutsche übersetzt worden zu sein („Revive Thy work, o Lord“), und auch das nur in einer von Fanny Crosby überarbeiteten Version und mit großer übersetzerischer Freiheit („Beleb dein Werk, o Herr“; enthalten in über 20 deutschen Liederbüchern, darunter Glaubenslieder, Nr. 292). Midlane gehörte nacheinander den Baptisten, den Geschlossenen und den Offenen Brüdern an. Sein Geburtstag jährte sich am 23. Januar 2025 zum 200. Mal.
Jeremy Singer: „Saints’ CVs: Anthony Norris Groves“. In: Precious Seed 80 (2025), Heft 3, Beilage YPS (Young Precious Seed), S. [4] (auch online).
Kurzes Lebensbild des bekannten Brüderpioniers (1795–1853) für junge Leser.
Richard Strout: „ancestry.brethren“. In: Cornerstone 9 (2025), Heft 1, S. 2f. (auch online); Heft 2, S. 12f. (auch online); Heft 3, S. 14f. (auch online).
Dreiteilige Artikelserie. Teil 1 behandelt die Anfänge der Brüderbewegung in Großbritannien, insbesondere ihre Bibeltreue, Teil 2 die Geschichte bis zur Bethesda-Trennung und Teil 3 typische Merkmale wie Eschatologie, Missiologie und Hymnologie.
Ken Totton: „Brian Clatworthy 1947–2025“. In: Precious Seed 80 (2025), Heft 3, S. 15 (auch online).
Nachruf auf einen Mitherausgeber der Zeitschrift Precious Seed.
Ausgabe 21 (2025) der Brethren Historical Review konnte bis Jahresende noch nicht ausgeliefert werden und wird daher erst in der nächsten Bibliografie berücksichtigt.
Für Hinweise auf weitere, von mir übersehene Neuerscheinungen bin ich dankbar!















