Schlagwort-Archiv: Conrad Ferdinand Meyer

Neuerscheinungen zur Brüderbewegung 2025

Auch am Ende dieses Jahres möchte ich wieder die in den letzten zwölf Monaten erschienenen Veröffentlichungen zur Brüderbewegung übersichtlich zusammenstellen und kurz kommentieren bzw. einordnen.

In die Bibliografie von 2024 habe ich inzwischen noch einige Nachträge aufgenommen:

  • Bücher von Bailey, Butters, Daick/Rogers, Summerton und Wertheimer
  • Aufsätze von Liese und Miller/Montgomery/O’Hara
  • Hochschulschrift von Kanchan

BÜCHER


Tim Grass: Brethren. A Brief Introduction. Studies in Brethren History, Subsidia. Glasgow (Brethren Archivists and Historians Network) 2025. xxi, 199 Seiten. ISBN 978-1-73912-836-4.

Einführung in Geschichte und Praxis der Brüderbewegung. Der Schwerpunkt liegt auf Großbritannien und auf den Offenen Brüdern, aber der Blick richtet sich auch darüber hinaus. Im „Praxis“-Teil wird das Denken der „Brüder“ über Bibel, Evangelium, Kirche, Staat und ihre eigene Identität behandelt.


Tim Grass / T[homas] J[ohn] Marinello (Hrsg.): Brethren and the Last Things. Studies in Brethren History. Glasgow (Brethren Archivists and Historians Network) 2025. xiv, 242 Seiten. ISBN 978-1-73912-835-7.

Der Band enthält die Vorträge der 11. BAHN-Konferenz von 2023:

  • Andrew Crome: „Continuities or Changes? The Background to Early Nineteenth-Century British and Irish Eschatology“ (S. 5–22)
  • Timothy C. F. Stunt: „Early Brethren Tensions: Theoretical Diversity versus Dogmatic Reality“ (S. 23–34)
  • David J. MacLeod: „Brethren and the Millennium, 1: The Nineteenth Century“ (S. 35–62)
  • Jeff King: „J. N. Darby and the Function of Systems in his Thought“ (S. 63–71)
  • Mark R. Stevenson: „So Heavenly Minded, no Earthly Good? The Eschatological Spirituality of the Brethren“ (S. 73–95)
  • Neil Summerton: „Eschatological Dissent and Dissension among the Open Brethren to 1900“ (S. 97–129)
  • Tim Grass: „First and Last Things: Creation, Eschatology, and the Environment in Brethren Thinking“ (S. 133–149)
  • Roger N. Holden: „F. E. Raven, James Taylor Senior, and Eternal Life“ (S. 151–178)
  • John Barber: „Coleman Street Chapel and the Last Things (1966–77)“ (S. 179–188)
  • Mark S. Sweetnam: „The Rapture in Contemporary Brethren Thought“ (S. 189–201)
  • David J. MacLeod: „Brethren and the Millennium, 2: A Survey of Contemporary Thinking“ (S. 203–231)
  • Amy J. Frykholm: „Fiction, Last Things, and the Formation of Apocalyptic Imagination“ (S. 233–242)

Tim Grass / T[homas] J[ohn] Marinello (Hrsg.): The Open Brethren: A Global Movement. Studies in Brethren History. E-Book. Glasgow (Brethren Archivists and Historians Network) 2025. 441 Seiten. ISBN 978-1-73912-838-8.

Die Vorträge der 10. BAHN-Konferenz von 2022 wurden nur digital veröffentlicht (ergänzt um einige weitere Artikel) und können entweder im Format FlipHTML online gelesen oder als PDF heruntergeladen werden:

  • Neil Summerton: „The Brethren: A short Global History“ (S. 12–35)
  • Keziah Cracknell: „How did the Missionary Echo / Echoes of Service establish itself as the Dominant UK Brethren Mission Organization?“ (S. 36–46)
  • Peter Lineham: „Writing Brethren History“ (S. 47–65)
  • Timothy C. F. Stunt: „The First Two Decades“ (S. 66–93)
  • Sylvain Aharonian: „The Open Brethren Movement in France“ (S. 94–115)
  • Dániel Kovács: „The Hungarian Brethren Movement: History, Nature, and Outlook“ (S. 116–141)
  • Enris Nase: „A brief Account of Brethren Assemblies in Albania (and a Note on Kosovo)“ (S. 142–162)
  • Tórður Jóansson: „The Brethren in the Faeroes: Some Contexts for Growth“ (S. 163–184)
  • Mark R. Stevenson: „The Origins of the Brethren in North America“ (S. 185–203)
  • Eric S. Price: „The Contribution of Black Plymouth Brethren to the Development of African American Evangelicalism in the United States“ (S. 204–223)
  • Richard E. Strout: „The Evangelization of French Canadians and the Establishment of New Testament Assemblies in Canada’s Province of Quebec“ (S. 224–239)
  • Joel A. Hernandez: „Brethren Beginnings in Mexico“ (S. 240–251)
  • Gabriel Hyacinth: „A History of the Christian Brethren Assemblies of Trinidad and Tobago“ (S. 252–271)
  • Sam K. John: „Brethren in India“ (S. 272–306)
  • Vijaya Raju Bandela: „The Brethren Movement in Andhra“ (S. 307–337)
  • Sam K. John: „A Quest for Radical Reformation: The Emergence of the Kerala Brethren at the Dawn of the Twentieth Century“ (S. 338–373)
  • Jean DeBernardi: „The Brethren Movement in Southeast Asia and China“ (S. 374–384)
  • Suit Chee Tong: „A History of Brethren Churches in Singapore“ (S. 385–413)
  • Ronaldo Magpayo: „The Brethren in the Philippines: A Post-Missionary Perspective“ (S. 414–425)
  • Ossie Fountain: „A brief History of the Christian Brethren in Papua New Guinea“ (S. 426–441)

Weitere Bände mit Aufsätzen zur nationalen oder regionalen Brüdergeschichte sollen folgen.


Daniel R(obert) Krause: Truth and Fear. Breaking Free from Religious Fundamentalism. Ohne Ort (Selbstverlag/Amazon) 2025. 196 Seiten. ISBN 979-8-9924219-0-3.

Autobiografie. Der Autor wuchs in den 1960er und 1970er Jahren unter den Tunbridge-Wells-Brüdern im US-Bundesstaat New York auf.


Pedro L. Márquez: Alfredo Hockings. Un misionero inglés en Honduras. La vida y obra de un Pionero del Evangelio en Honduras. Choloma, Honduras (Buscadores de Historia en Honduras) 2025.

Biografie des Engländers Alfred Hockings (1885–1978), der von 1921 bis 1968 als Missionar der Offenen Brüder in Honduras arbeitete. Zum Buch gibt es eine eigene Website. Eine Vorabversion steht anderswo zum Download zur Verfügung.


Chris Nicolson: On the Rolling Tide. The story of the Shetland Brethren. Bridge End, Shetland (Selbstverlag) 2025. xxvi, 116 Seiten. ISBN 978-1-0369-1293-2.

Geschichte der Offenen Brüder auf den zu Schottland gehörenden Shetlandinseln.


Stafford Ray: Escaping from God through Oklahoma. Satan, the Exclusive Brethren and Surviving Excommunication. Ohne Ort? (Selbstverlag/Amazon) 2025. 388 Seiten. 978-1-7638888-9-0.

Autobiografie eines australischen Raven-Taylor-Aussteigers.


Roger Shuff Yatol (Hrsg.): Seriously Romantic. The Journal of William Collingwood RWS. Volumes I–III: 1819–1881. Transcribed and edited with contextual notes. Carlisle (Selbstverlag/Amazon) 2025. v, 546 Seiten. ISBN 979-8-39615473-5.

Roger Shuff Yatol (Hrsg.): Faithful Artistry. The Journal of William Collingwood RWS. Volumes IV–VI: 1881–1903. Transcribed and edited with contextual notes. Carlisle (Selbstverlag/Amazon) 2025. v, 569 Seiten. ISBN 979-8-31135124-9.

An den englischen Maler William Collingwood (1819–1903), der den Offenen Brüdern angehörte und einen kurzen Abriss ihrer Geschichte verfasste, habe ich anlässlich seines 200. Geburtstags 2019 hier im Blog schon einmal erinnert. Er hinterließ sechs Bände mit tagebuchartigen Aufzeichnungen über sein gesamtes Leben (den Zeitraum bis 1857 rekonstruierte er rückblickend), die sich bis heute in Familienbesitz befinden und hier erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im Vorwort gibt Collingwood eine interessante Begründung dafür, warum sein Fokus mehr auf äußeren Ereignissen als auf seiner geistlichen Entwicklung liegt:

Erstens halte ich meine Gefühle im Allgemeinen nicht für aufzeichnungs- oder erinnerungswürdig. Gottes Handeln mit mir in seiner Vorsehung möchte ich stets in Erinnerung behalten – zu seiner Ehre. Aber meine Gefühle gehören mir allein. Ob gut oder schlecht, sie sind allesamt wertlos. Und ich möchte weder, dass mein Christsein darin besteht, noch dass sie im Gedächtnis bewahrt werden.

Zweitens lehne ich es entschieden ab, dass andere das Innenleben eines Menschen kennen, der doch mit Gott im Verborgenen wandeln sollte, oder dass sie sich daran messen – wie es allzu oft geschieht, wenn solche Tagebücher veröffentlicht werden. Ich denke, dass, was auch immer sich manche davon versprechen mögen, durch ihre Verbreitung sowohl den Lesern als auch dem Verfasser wahrscheinlich mehr Schaden zugefügt wird.

Collingwoods oft nur stichwortartige Eintragungen enthalten zahlreiche Hinweise auf Personen und Orte der Brüdergeschichte. Da seine Frau Marie Elisabeth Imhoff (1826–1873) aus der Schweiz stammte, nehmen auch Reisen dorthin breiten Raum ein. Die zweibändige Edition ist mit erläuternden Fußnoten und vielen Abbildungen von Collingwoods Gemälden versehen.


Sheila McGrath Silvernail: Gathered Together. History of the Assembly in Danbury/Brookfield, CT and Elsewhere. New Preston, CT (Selbstverlag) 2025. iv, 262 Seiten. Ohne ISBN.

Diese Lokalgeschichte einer Offenen Brüdergemeinde im US-Bundesstaat Connecticut steht als PDF zum Download zur Verfügung (43 MB); eine gedruckte Ausgabe ist online nicht zu ermitteln.


Núbia Siqueira: George Müller. An Example of Faith and Trust. E-Book. São Paulo (Unipro Editora) 2025. 143 Seiten. ISBN 978-65-5445-070-6.

Biografie. Laut Impressumseite, Google Books und Amazon 2025 erschienen, aber mit dem Copyright-Vermerk 2024. Auch auf Portugiesisch (vermutlich die Originalfassung), Spanisch und Französisch erhältlich.


David A[ndrew] Smith: The Brethren. A historical and theological review. 200th Anniversary Edition 1825–2025. Perth, Australien (Pandani Group) 2025. 64 Seiten. ISBN 978-0-646-71555-1.

Enthält Kapitel über Geschichte, Theologie, Praxis und Zukunft der (Offenen) Brüderbewegung. Eine frühere Version erschien offenbar im Jahr 2000, ist aber online nicht ermittelbar.


Andreas H. Tabert: Brethren Roots. The Triumph and the Tragedy of the Brethren Movement. Edmonton, Alberta (Selbstverlag/Amazon) 2025. 80 Seiten. ISBN 979-827667899-3.

Geschichtlicher Abriss sowohl der Geschlossenen als auch der Offenen Brüder mit Reflexionen zur aktuellen Situation.


W[illiam] G[eorge] Turner: John Nelson Darby – ein Lebensbild. Neustadt (Ernst Paulus) 2025. 76 Seiten. Ohne ISBN.

Die Originalausgabe dieser Biografie erschien 1926 beim „Kelly-Brüder“-Verlag C. A. Hammond in London (2. Auflage 1944) und wurde zwei Jahre später ins Deutsche übersetzt (Verlag von R. Müller-Kersting, Huttwil/Bern, Übersetzung und Vorwort von E. V. Tanner). Angesichts des Fortschritts der Darby-Forschung gerade in den letzten zehn Jahren (Akenson 2016 und 2018, Weremchuk 2021 und 2024, Gribben 2024) ist mir unbegreiflich, warum dieses hoffnungslos veraltete und überholte Buch nach fast einem Jahrhundert noch einmal neu auf den Markt gebracht wird. Längst überwunden geglaubte Irrtümer wie z.B. die Behauptung, Darbys Mutter sei verstorben, als er noch ein Kind war (bereits 1988 von Weremchuk widerlegt!), feiern hier „fröhliche Urständ“. Das Buch hat lediglich noch (forschungs)historischen Wert und kann keinesfalls als aktuelle, zuverlässige Biografie Darbys gelesen werden – was uninformierten Käufern jedoch verschwiegen wird.


AUFSÄTZE


John Bennett: „William Lincoln (1825–1888)“. In: Precious Seed 80 (2025), Heft 1, S. 28 (auch online).

Kurzes Lebensbild des Offenen Bruders William Lincoln, dessen Geburtstag sich am 29. Juni 2025 zum 200. Mal jährte (woran auch hier im Blog erinnert wurde).


Kate Brooks: „Blank, Light, Respectable, Useful: Nineteenth Century Orphan Bodies“. In: Childhood in the Past 18 (2025), S. 55–71 (auch online).

Analyse eines Fotos aus dem Archiv/Museum der Waisenhäuser Georg Müllers in Bristol.


Kate Brooks: „Uncomfortable secrets. Uncovering family history and other stories“. In: The Historian 165 (Spring 2025), S. 46–50.

Über Joseph Bolton Lowe (1853–1925), den Urgroßvater der Autorin, der in Georg Müllers Waisenhäusern aufwuchs.


Iva Ðakovic: „The Development and Activities of Christ’s Church of Brethren in Zagreb“. In: Kairos. Evangelical Journal of Theology 19 (2025), S. 219–261 (auch online).

Geschichte der 1946 gegründeten Brüdergemeinde in Zagreb, die ursprünglich „offen“ war, seit den 1970er Jahren aber anscheinend mit den deutschen „geschlossenen Brüdern“ in Gemeinschaft ist.


Neil Dickson: „Our Heritage: Plymouth Brethren Historiography“. In: The Gospel in the Past. Essays on the Historiography of the Evangelical Movement. Hrsg. von David W. Bebbington. Waco, TX (Baylor University Press) 2025. S. 167–195.

Über die Geschichtsschreibung der Brüderbewegung.


Joshua Fitzhugh: „Myrtlefield House. Resources to Deepen Faith in God and His Word“. In: Cornerstone 9 (2025), Heft 5, S. 10f., 14 (auch online).

Vorstellung des Verlags Myrtlefield House, der die Bücher von David Gooding (1925–2019) herausgibt.


Crawford Gribben: „Eschatology in Evangelical Historiography: Or, Whatever Happened to J. N. Darby?“ In: The Gospel in the Past. Essays on the Historiography of the Evangelical Movement. Hrsg. von David W. Bebbington. Waco, TX (Baylor University Press) 2025. S. 51–70.

Über die Rolle von Darbys Eschatologie in der evangelikalen Geschichtsschreibung.


Tiago Ferraz Heleodoro: „George Müller. Prática da fé na transformação da sociedade“. In: Pós-Escrito 10 (2025), Heft 2, S. 51–63 (auch online).

Übersetzung des Untertitels: „Glaubenspraxis in/bei der Transformation der Gesellschaft“. In portugiesischer Sprache.


Andrew R. Holmes: „Religious Revival and the Challenge of Evangelical Primitivism: Opposition to the Brethren and Lay Preachers in Ulster after the 1859 Revival“. In: Bulletin of the John Rylands Library 101 (2025), Heft 1, S. 61–82 (auch online).

Über den Widerstand gegen „Brüder“ und Laienprediger in Nordirland nach der Erweckungsbewegung von 1859, insbesondere durch die regional dominierende Presbyterian Church in Ireland.


Michael Kotsch: „Georg Müller (1805–1895 [sic]). Fünf Waisenhäuser und großes Vertrauen auf Gottes Versorgung“. In: ders.: Helden des Glaubens. 15 Kurzbiografien aus der Kirchengeschichte. Band IV. Dillenburg/Dübendorf (Christliche Verlagsgesellschaft / Missionswerk Mitternachtsruf) 2025. S. 204–243.

Recht umfangreiches Lebensbild Georg Müllers (1805–1898). Das falsche Todesjahr im Titel, das sich jetzt auch durch alle Bibliografien ziehen wird, wäre vermeidbar gewesen.


Hartmut Kretzer: „Rudolf Kretzer (1907–1975) als Sammler, Auswerter und Multiplikator von ‚Brüder‘-Literatur und -Archivalien“. In: Zeit & Schrift 28 (2025), Heft 3, S. 24–29 (auch online).

Lebensbild Rudolf Kretzers anlässlich seines 50. Todestags, verfasst von seinem Sohn Dr. Hartmut Kretzer, ehemaliger Leiter des Studienseminars Oldenburg für das Lehramt an Gymnasien und Honorarprofessor für Schulpädagogik an der Universität Oldenburg.


Sanja Nilsson / Peter Åkerbäck: „En skola mot strömmen: De exklusiva brödernas skola i Sverige“. In: DIN. Tidsskrift for religion og kultur 1/2025, S. 33–52 (auch online).

Übersetzung des Titels: „Eine Schule gegen den Strom: Die Schule der Exklusiven Brüder in Schweden“. Es handelt sich bereits um mindestens die dritte Veröffentlichung der erstgenannten Autorin über die Raven-Taylor-Symington-Hales-Schule in Nyby. Die Darstellung scheint von Wohlwollen getragen zu sein.


D. Ravikumar: „The Brethren Movement at 200 (1825–2025). Ecclesiology, Eschatology, and Enduring Influence. A Reflection on Two Centuries of Biblical Simplicity and Global Impact“. In: The BBI Journal 2 (2025), Heft 2, S. 123–160 (auch online).

Der Titel dieser Veröffentlichung aus Indien ist an sich selbsterklärend. Über weite Strecken wirkt der Text allerdings wie von einer KI erstellt; Indizien dafür sind nicht nur diverse historische Fehler (z.B. Cronin sei Zahnarzt gewesen, Darby habe bereits die sieben Dispensationen Scofields gelehrt, die Trennung in Plymouth 1845 sei wegen Newtons Christologie erfolgt), sondern vor allem die zu Dutzenden eingestreuten listenartigen Aufzählungen sowie mehrere frei erfundene bzw. „halluzinierte“ Literaturangaben (z.B. die auf S. 157 genannten Bücher von Flegg und McDowell).


Simon Runkel: „Brøðrasamkomur auf den Färöer [sic]. Islandness, christliche Moral und Politik aus religionsgeographischer Perspektive“. In: Berichte Geographie und Landeskunde 98 (2025), S. 408–417.

Auf den zwischen Schottland und Island gelegenen Färöer-Inseln ist der Anteil der (Offenen) „Brüder“ an der Gesamtbevölkerung mit 15–16 % weltweit am höchsten. Der Aufsatz geht der Frage nach, „inwiefern die Entstehung, die soziale Stabilität und die gesellschaftspolitische Wirkmächtigkeit“ der färöischen Brüdergemeinden „auch auf die geographische Insellage der Gesellschaft zurückgeführt werden kann und welche Auswirkungen dies mit Blick auf die Trennung von ‚Politik‘ und ‚Religion‘ in der färöischen Gesellschaft hat“.


Michael Schneider: „Conrad Ferdinand Meyer und die ‚Brüder‘“. In: Zeit & Schrift 28 (2025), Heft 4, S. 27–33 (auch online).

Der Schweizer Dichter Conrad Ferdinand Meyer (1825–1898) interessierte sich aufgrund zweier persönlicher Bekanntschaften um 1860 eine Weile für die „Brüder“ und setzte sich mit deren Ideen auseinander. Im Aufsatz wird vor allem die Geschichte dieser Freundschaften nachgezeichnet (vgl. auch den Blogeintrag zum 200. Geburtstag Meyers am 11. Oktober).


Gerrid Setzer: „William Kelly. Ein fähiger Bibelausleger“. In: Kraft und Gnade. Zehn Männer des Glaubens. Hrsg. von Gerrid Setzer. Hückeswagen (Christliche Schriftenverbreitung) 2025. S. 71–80.

Lebensbild des bekannten Geschlossenen Bruders William Kelly (1821–1906).


Steve Sherwin: „Henry William Soltau (1805–1875)“. In: Precious Seed 80 (2025), Heft 2, S. 14 (auch online).

Henry William Soltau, dessen Todestag sich am 1. Juli 2025 zum 150. Mal jährte, war der Enkel eines deutschen Einwanderers aus Bergedorf bei Hamburg. Durch eine Predigt Percy Francis Halls kam er 1837 in Plymouth zum Glauben und wurde gemeinsam mit Joseph Clulow einer der ersten Verleger der „Brüder“. 1847 distanzierte er sich von Benjamin Wills Newton, nach 1848 wählte er aber die Seite der Offenen Brüder. Er galt als Spezialist für die Typologie der Stiftshütte und der Opfer und schrieb mehrere Bücher darüber.


Stephen Sherwin: „‘Above the bright blue sky’. Albert Midlane 1825–1909“. In: Precious Seed 80 (2025), Heft 4, S. 12f. (auch online).

Albert Midlane ist im englischen Sprachraum als Liederdichter sehr bekannt. Von seinen über 800 Liedern scheint allerdings nur eines ins Deutsche übersetzt worden zu sein („Revive Thy work, o Lord“), und auch das nur in einer von Fanny Crosby überarbeiteten Version und mit großer übersetzerischer Freiheit („Beleb dein Werk, o Herr“; enthalten in über 20 deutschen Liederbüchern, darunter Glaubenslieder, Nr. 292). Midlane gehörte nacheinander den Baptisten, den Geschlossenen und den Offenen Brüdern an. Sein Geburtstag jährte sich am 23. Januar 2025 zum 200. Mal.


Jeremy Singer: „Saints’ CVs: Anthony Norris Groves“. In: Precious Seed 80 (2025), Heft 3, Beilage YPS (Young Precious Seed), S. [4] (auch online).

Kurzes Lebensbild des bekannten Brüderpioniers (1795–1853) für junge Leser.


Richard Strout: „ancestry.brethren“. In: Cornerstone 9 (2025), Heft 1, S. 2f. (auch online); Heft 2, S. 12f. (auch online); Heft 3, S. 14f. (auch online).

Dreiteilige Artikelserie. Teil 1 behandelt die Anfänge der Brüderbewegung in Großbritannien, insbesondere ihre Bibeltreue, Teil 2 die Geschichte bis zur Bethesda-Trennung und Teil 3 typische Merkmale wie Eschatologie, Missiologie und Hymnologie.


Ken Totton: „Brian Clatworthy 1947–2025“. In: Precious Seed 80 (2025), Heft 3, S. 15 (auch online).

Nachruf auf einen Mitherausgeber der Zeitschrift Precious Seed.


Ausgabe 21 (2025) der Brethren Historical Review konnte bis Jahresende noch nicht ausgeliefert werden und wird daher erst in der nächsten Bibliografie berücksichtigt.


Für Hinweise auf weitere, von mir übersehene Neuerscheinungen bin ich dankbar!

200. Geburtstag von Conrad Ferdinand Meyer

Conrad Ferdinand Meyer (1825–1898)

Normalerweise wird in diesem Blog nur an Geburts- und Todestage von Personen erinnert, die der Brüderbewegung (zumindest zeitweise) angehörten. Von dem Schweizer Dichter Conrad Ferdinand Meyer, der heute vor 200 Jahren in Zürich geboren wurde, kann dies höchstwahrscheinlich nicht gesagt werden. Allerdings ist Meyer der einzige mir bekannte namhafte deutschsprachige Schriftsteller, der die „Brüder“ nicht nur kannte, sondern sich sogar eine Weile für sie interessierte – auch wenn dies zugegebenermaßen Jahre vor seiner Hauptschaffensperiode war.

In den meisten Biografien (die neueste erschien vor zwei Monaten im Wallstein-Verlag) bleibt diese Tatsache unerwähnt, aber die in hoher Auflage verbreitete Rowohlt-Bildmonografie von 1975 wusste zu berichten:

Schon in Zürich hatte ihn Rochat mit den Darbyisten und anderen Sekten näher vertraut gemacht […].1

Mit Rochat ist der Waadtländer Romanist Alfred Rochat (1833–1910) gemeint, der ab Ende der 1850er Jahre mit Meyer befreundet war und den „Geschlossenen Brüdern“ angehörte. Heute kennt man ihn vor allem noch als Überarbeiter des Alten Testaments der Elberfelder Bibel – ein Projekt, über das er 1882 auch Meyer ausführlich berichtete (s.u.).

Seitdem ich das obige Zitat vor ca. 35 Jahren zum ersten Mal in der Rowohlt-Bildmonografie las, wollte ich mehr über diese Freundschaft und über Meyers Kontakte mit den „Brüdern“ herausfinden. Leider gibt der Autor David Jackson keine Quelle für seine Behauptung an, und es ist mir in all den Jahren trotz ausgedehnter biografischer Lektüre zu Meyer auch nicht gelungen, ein Dokument ausfindig zu machen, das genau diese Aussage belegt. 2001 habe ich sogar einmal eine E-Mail an Jackson geschrieben, die leider unbeantwortet blieb (zu seinen Gunsten will ich annehmen, dass er die Frage 26 Jahre nach Erscheinen seines Buches selbst nicht mehr beantworten konnte). Inzwischen weiß ich allerdings, dass es nicht Rochat war, durch den Meyer zum ersten Mal von den „Darbysten“ hörte, denn bereits 1853 erwähnte er sie in einem Brief – den auch Jackson kennen konnte, da er schon seit 1913 gedruckt vorliegt.

Lausanne

Louis Vulliemin (1797–1879)

Meyer hielt sich den größten Teil des Jahres 1853 in Lausanne bei dem Historiker Louis Vulliemin (1797–1879) auf, der der Evangelischen Freikirche des Kantons Waadt (Église évangélique libre du canton de Vaud) angehörte. In einem undatierten Brief, den der Herausgeber zwischen dem 29. Mai und dem 3. Juni einordnet, schrieb Meyer an seine (platonische) Freundin Cécile Borrel (1815–1894):

Ich gehe regelmäßig in die Kirche, auch wenn ich mich weder der Église libre noch den Darbysten noch den Mormonen angeschlossen habe, die hier ebenfalls ihr kleines Lokal haben.2

Mindestens einen „Darbysten“ hatte er auch persönlich kennengelernt, nämlich den Genfer Charles Eynard (1808–1876), der Vulliemin im April 1853 in Lausanne besucht hatte und den Meyer in einem Brief an seine Mutter einen „seltsame[n] Mensch[en]“ nennt.3 Zu dieser Zeit stand Meyer – trotz seines Kirchenbesuchs – dem christlichen Glauben noch distanziert gegenüber, aber dies änderte sich im weiteren Verlauf des Jahres. Am 15. Januar 1854, zwei Wochen nach seiner Rückkehr ins heimatliche Zürich, schrieb seine fromme Mutter beglückt an Vulliemin:

Der Eindruck, den ich von der moralischen und religiösen Wandlung Conrads empfangen habe, war so entschieden, dass ich dem Herrn dafür mit gefalteten Händen danke. […] Sie haben nicht zuviel gesagt. Mein Sohn ist Christ. Der Geist Gottes hat ihm seine Sündhaftigkeit vor Augen geführt. Wenn Conrad nicht seine eigene Schwachheit gefühlt hätte, wäre er nie zu Jesus gegangen, um Vergebung und die Wandlung seines Herzens zu erlangen … Er hat ein so tiefes Bewusstsein von seiner Verderbtheit und von dem göttlichen Erbarmen, dass unsere Gebete hoffentlich völlige Erhörung finden. Was ihm noch fehlt, sind Ausdauer und Beharrlichkeit […].4

Rochat

Alfred Rochat (1833–1910)

Wie es einige Jahre später zu der Freundschaft mit Alfred Rochat kam, ist leider nicht bekannt. Rochat erinnerte sich 1899 in einem Brief an Meyers Biografen Adolf Frey:

Während jener Zeit machten wir allwöchentlich große Spaziergänge miteinander und spielten dann gewöhnlich eine Partie Schach, wenn wir ein Wirtshaus trafen wo ein Schachbrett zu finden war. Sehr häufig wanderten wir nach der romantisch gelegenen Trichterhauser [sic] Mühle. Auf solchen Spaziergängen unterhielt mich M. von seinen Zukunftsplänen; er dachte damals lediglich daran, Dramen zu schreiben, und entwickelte mir mit großem Eifer die Karaktere und Situationen: Ne croyez-vous pas que ce sera beau, ne croyez-vous pas? wiederholte er. Ich war, von der fortwährenden Conversation ermüdet, oft ganz zerstreut und antwortete: oui, oui, ohne recht zu wissen um was es sich eig. handelte. […] Die Grundlage war stets rein geschichtlich.5

Ein gemeinsames Übersetzungsprojekt der beiden scheiterte an Schwierigkeiten mit dem Verlag, und Meyer begann sich zunehmend auf sein dichterisches Schaffen zu konzentrieren, wobei ihn Rochat unterstützte und beriet:

Wann er seine ersten Balladen schrieb, weiß seine Schwester besser als ich. Damals kam er regelmäßig zu uns und las sie uns vor. Was mich als eine Seltenheit (obwohl allerdings keine Seltenheit bei wirklichem Talent) frappirte, war daß er alle meine Kritiken sofort annahm, sobald ich auf dieselben beharrte und deren Richtigkeit ihm zu beweisen suchte. Gut! sagte er, ich werde das ändern. Tags darauf war eine neue Strophe erfunden und der Gedanke anders gestaltet.6

Dass Meyers erstes Buch, die 1864 anonym erschienenen Zwanzig Balladen von einem Schweizer, überhaupt das Licht der Öffentlichkeit erblickte, war nicht zuletzt Rochat zu verdanken, wie der Dichter 1878 in einem Brief an den Philosophen Friedrich Theodor Vischer (1807–1887) anmerkte:

Freilich bin ich derselbe, der vor mehr als einem Jahrzehnt Ihnen meine Erstlinge, noch sehr plumpe Tastungen, zusendete. Es war mein jetzt seit Jahren in Stuttgart lebender Freund Rochat, der mir zuredete.7

Wingfield

Betsy Meyer (1831–1912)

Außer Rochat lernte Meyer Ende der 1850er Jahre noch einen weiteren „Bruder“ kennen, nämlich den am Bodensee lebenden Engländer Henry Mills Wingfield (1823–1886). Laut den nachgelassenen Aufzeichnungen von Meyers Schwester Betsy (1831–1912) war vor allem er es, der die Geschwister Meyer zur Auseinandersetzung „mit religiösen Fragen und Problemen mannigfacher Art“ anregte und ihnen „gewisse, damals viele regsamen Geister beschäftigende Ideen nahe brachte“8 – gemeint sind die Ideen der „Brüder“. Die über 40 Jahre später niedergeschriebenen Erinnerungen Betsys verraten eine bemerkenswerte Kenntnis dieser Ideen, aber auch ein sicheres Urteil über deren Grenzen:

In der Mitte des vorigen Jahrhunderts schon versuchte es eine Schar erlesener Geister in England und anderwärts sich zu sammeln aus allen christlichen Kirchen, deren Versteinerung und Unzulänglichkeit sie erkannte, zu einer freien Gemeinde christlicher „Brüder“. Sie wollten keine neue Kirche gründen, nur ohne Kirchengesetz und geistliches Amt sich unter dem Banner des reinen Bibelwortes verständigen, sich vereinigen, um eine Gemeinde der „Wartenden“ zu bilden. In England war es Darby, der weite Gesellschaftskreise für diese von ihm vertretene Idee begeisterte. In Genf war es ein feiner Geist, eine edle Persönlichkeit der Laienwelt, die in heiligem Eifer für sie Propaganda machte [= Eynard]. Und gerade dieser vornehme Genfer war es, mit dem der Baron Ricasoli auf religiösem Gebiet innerlich am nächsten verwandt sich fühlte.

Auch unser von Conrad im Engelbergertal gefundener englischer Freund [= Wingfield] gehörte, sagte er uns, als er in der Blüte seiner religiösen Begeisterung stand, prinzipiell keiner andern Gemeinde zu, als dieser im Gedanken ihrer Stifter von aller äußern Form befreiten Brüdergemeinde. In Zürich war es Conrads Freund Dr. phil. A. Rochat, der Sohn eines bekannten Waadtländergeistlichen und einer englischen Mutter, der schon durch seine Erziehung und durch die in Vevey und Montreux hochgeachtete Familie seiner Frau derselben Richtung angehörte.

Einfache brüderliche Einigung und das Festhalten an reiner Lehre und weiten Horizonten war das ursprüngliche Prinzip dieses Bundes. Wie aber bildete es sich in der Praxis aus! –

Die erstrebte Freiheit von den Kirchenordnungen führte zum unseligsten Individualismus in Lehre und Lebensanschauung, zu beständigen Differenzen unter den Brüdern, die sich gegenseitig in Bann erklärten, zu immer neuen Trennungen in immer kleiner und kleinlicher werdende einflußlose Sekten. – Statt zu weiten Verbrüderungen – zu schroffster ausschließlicher Engherzigkeit.9

Die im letzten Absatz beschriebene Entwicklung dürfte um 1860 noch kaum erkennbar gewesen sein; möglicherweise liegt diesen nach 1901 formulierten Gedanken weniger eigenes Erleben und Erfahren zugrunde als die Lektüre kritischer Literatur – es ist durchaus vorstellbar, dass Betsy etwa William Blair Neatbys History of the Plymouth Brethren (1901) kannte. Wenn um 1860 das Interesse ihres Bruders Conrad Ferdinand an den Ideen der „Brüder“ nicht von Dauer war, hatte dies jedenfalls andere Ursachen:

Er erkannte, was der englische Freund erlebte, als historisch festgestellte Begleiterscheinungen des Urchristentums, als Spiegelungen, Nebensonnen, die schon vor vielen Jahrhunderten in der Kirche aufgetaucht und von ihr als Irrlehre überwunden worden waren.10

Briefe

Monogramm Rochats

Der Freundschaft mit Rochat tat dies freilich keinen Abbruch; Meyer sandte ihm regelmäßig seine Neuerscheinungen zu, und sie blieben auch nach Rochats Umzug nach Stuttgart (1875) in Briefkontakt. 14 Briefe Rochats – durchweg in französischer Sprache – haben sich in Meyers Nachlass in der Zentralbibliothek Zürich erhalten. Ich hatte dieses Jahr Gelegenheit, mir Digitalisate davon zukommen zu lassen, die ich anschließend ausgewertet und vor zwei Wochen im Arbeitskreis „Geschichte der Brüderbewegung“ in Wiedenest vorgestellt habe. Das 72-seitige Skript, in dem ich auch alles mir bisher Bekannte über Rochat und über Meyers Kontakte mit den „Brüdern“ dokumentiert habe, ist seit heute online zugänglich.

Brüdergeschichtlich interessant ist vor allem der Brief vom 21. August 1882, mit sieben Seiten der längste im ganzen Bestand, da Rochat hier u.a. ausführlich von seiner Arbeit am Elberfelder Alten Testament berichtet sowie Neuigkeiten über die Familien Graffenried und Rossier erzählt, die Meyer somit ebenfalls ein Begriff gewesen sein müssen (Rochats Frau Rosalie war eine Schwester von Henri Rossier). Sogar die mit Meyer befreundete Heidi-Autorin Johanna Spyri (1827–1901) muss die Rossiers gekannt haben, denn Meyer teilte ihr 1885 mit:

Ernst Naville war hier und erzählte mir das Ende Eugenie Roßier’s, die, wie Sie gleichfalls wißen werden, als eine Madame Berthoud heimgegangen ist –11

Eugénie Rossier, eine Schwägerin Rochats, hatte am 27. März 1885 im Alter von 53 Jahren den 62-jährigen Maler Léon Berthoud geheiratet und war exakt zwei Wochen später verstorben. Johanna Spyri reagierte auf diese Nachricht folgendermaßen:

Daß unsere liebe Eugénie, die ernste Darbistin, mit solchem Roman schließen würde, hatte ich nicht erwartet.12

Schluss

Conrad Ferdinand Meyers Glaube war im Laufe seines Lebens Schwankungen unterworfen. Im Jahrzehnt von 1875 bis 1885 durchlebte er eine eher skeptische Phase13 – und ausgerechnet aus dieser Zeit stammt der allergrößte Teil der erhaltenen Briefe Rochats an ihn (Meyers Antwortbriefe scheinen verlorengegangen zu sein). Trotzdem (oder gerade deswegen?) werden Fragen des persönlichen Glaubens in den Briefen nie berührt; auch wenn Rochat z.B. von der Bibelrevision spricht, liegt sein Fokus ganz auf dem philologischen Aspekt. Ein einziger dezenter Hinweis findet sich nur im letzten Dokument, einer an Meyers Witwe Louise (1837–1915) gerichteten Beileidskarte. Sie endet mit den Worten:

Ich sage ihm mit Zuversicht: Auf Wiedersehen!