Schlagwort-Archiv: Michael Schneider

Neuerscheinungen zur Brüderbewegung 2025

Auch am Ende dieses Jahres möchte ich wieder die in den letzten zwölf Monaten erschienenen Veröffentlichungen zur Brüderbewegung übersichtlich zusammenstellen und kurz kommentieren bzw. einordnen.

In die Bibliografie von 2024 habe ich inzwischen noch einige Nachträge aufgenommen:

  • Bücher von Bailey, Butters, Daick/Rogers, Summerton und Wertheimer
  • Aufsätze von Liese und Miller/Montgomery/O’Hara
  • Hochschulschrift von Kanchan

BÜCHER


Tim Grass: Brethren. A Brief Introduction. Studies in Brethren History, Subsidia. Glasgow (Brethren Archivists and Historians Network) 2025. xxi, 199 Seiten. ISBN 978-1-73912-836-4.

Einführung in Geschichte und Praxis der Brüderbewegung. Der Schwerpunkt liegt auf Großbritannien und auf den Offenen Brüdern, aber der Blick richtet sich auch darüber hinaus. Im „Praxis“-Teil wird das Denken der „Brüder“ über Bibel, Evangelium, Kirche, Staat und ihre eigene Identität behandelt.


Tim Grass / T[homas] J[ohn] Marinello (Hrsg.): Brethren and the Last Things. Studies in Brethren History. Glasgow (Brethren Archivists and Historians Network) 2025. xiv, 242 Seiten. ISBN 978-1-73912-835-7.

Der Band enthält die Vorträge der 11. BAHN-Konferenz von 2023:

  • Andrew Crome: „Continuities or Changes? The Background to Early Nineteenth-Century British and Irish Eschatology“ (S. 5–22)
  • Timothy C. F. Stunt: „Early Brethren Tensions: Theoretical Diversity versus Dogmatic Reality“ (S. 23–34)
  • David J. MacLeod: „Brethren and the Millennium, 1: The Nineteenth Century“ (S. 35–62)
  • Jeff King: „J. N. Darby and the Function of Systems in his Thought“ (S. 63–71)
  • Mark R. Stevenson: „So Heavenly Minded, no Earthly Good? The Eschatological Spirituality of the Brethren“ (S. 73–95)
  • Neil Summerton: „Eschatological Dissent and Dissension among the Open Brethren to 1900“ (S. 97–129)
  • Tim Grass: „First and Last Things: Creation, Eschatology, and the Environment in Brethren Thinking“ (S. 133–149)
  • Roger N. Holden: „F. E. Raven, James Taylor Senior, and Eternal Life“ (S. 151–178)
  • John Barber: „Coleman Street Chapel and the Last Things (1966–77)“ (S. 179–188)
  • Mark S. Sweetnam: „The Rapture in Contemporary Brethren Thought“ (S. 189–201)
  • David J. MacLeod: „Brethren and the Millennium, 2: A Survey of Contemporary Thinking“ (S. 203–231)
  • Amy J. Frykholm: „Fiction, Last Things, and the Formation of Apocalyptic Imagination“ (S. 233–242)

Tim Grass / T[homas] J[ohn] Marinello (Hrsg.): The Open Brethren: A Global Movement. Studies in Brethren History. E-Book. Glasgow (Brethren Archivists and Historians Network) 2025. 441 Seiten. ISBN 978-1-73912-838-8.

Die Vorträge der 10. BAHN-Konferenz von 2022 wurden nur digital veröffentlicht (ergänzt um einige weitere Artikel) und können entweder im Format FlipHTML online gelesen oder als PDF heruntergeladen werden:

  • Neil Summerton: „The Brethren: A short Global History“ (S. 12–35)
  • Keziah Cracknell: „How did the Missionary Echo / Echoes of Service establish itself as the Dominant UK Brethren Mission Organization?“ (S. 36–46)
  • Peter Lineham: „Writing Brethren History“ (S. 47–65)
  • Timothy C. F. Stunt: „The First Two Decades“ (S. 66–93)
  • Sylvain Aharonian: „The Open Brethren Movement in France“ (S. 94–115)
  • Dániel Kovács: „The Hungarian Brethren Movement: History, Nature, and Outlook“ (S. 116–141)
  • Enris Nase: „A brief Account of Brethren Assemblies in Albania (and a Note on Kosovo)“ (S. 142–162)
  • Tórður Jóansson: „The Brethren in the Faeroes: Some Contexts for Growth“ (S. 163–184)
  • Mark R. Stevenson: „The Origins of the Brethren in North America“ (S. 185–203)
  • Eric S. Price: „The Contribution of Black Plymouth Brethren to the Development of African American Evangelicalism in the United States“ (S. 204–223)
  • Richard E. Strout: „The Evangelization of French Canadians and the Establishment of New Testament Assemblies in Canada’s Province of Quebec“ (S. 224–239)
  • Joel A. Hernandez: „Brethren Beginnings in Mexico“ (S. 240–251)
  • Gabriel Hyacinth: „A History of the Christian Brethren Assemblies of Trinidad and Tobago“ (S. 252–271)
  • Sam K. John: „Brethren in India“ (S. 272–306)
  • Vijaya Raju Bandela: „The Brethren Movement in Andhra“ (S. 307–337)
  • Sam K. John: „A Quest for Radical Reformation: The Emergence of the Kerala Brethren at the Dawn of the Twentieth Century“ (S. 338–373)
  • Jean DeBernardi: „The Brethren Movement in Southeast Asia and China“ (S. 374–384)
  • Suit Chee Tong: „A History of Brethren Churches in Singapore“ (S. 385–413)
  • Ronaldo Magpayo: „The Brethren in the Philippines: A Post-Missionary Perspective“ (S. 414–425)
  • Ossie Fountain: „A brief History of the Christian Brethren in Papua New Guinea“ (S. 426–441)

Weitere Bände mit Aufsätzen zur nationalen oder regionalen Brüdergeschichte sollen folgen.


Daniel R(obert) Krause: Truth and Fear. Breaking Free from Religious Fundamentalism. Ohne Ort (Selbstverlag/Amazon) 2025. 196 Seiten. ISBN 979-8-9924219-0-3.

Autobiografie. Der Autor wuchs in den 1960er und 1970er Jahren unter den Tunbridge-Wells-Brüdern im US-Bundesstaat New York auf.


Pedro L. Márquez: Alfredo Hockings. Un misionero inglés en Honduras. La vida y obra de un Pionero del Evangelio en Honduras. Choloma, Honduras (Buscadores de Historia en Honduras) 2025.

Biografie des Engländers Alfred Hockings (1885–1978), der von 1921 bis 1968 als Missionar der Offenen Brüder in Honduras arbeitete. Zum Buch gibt es eine eigene Website. Eine Vorabversion steht anderswo zum Download zur Verfügung.


Chris Nicolson: On the Rolling Tide. The story of the Shetland Brethren. Bridge End, Shetland (Selbstverlag) 2025. xxvi, 116 Seiten. ISBN 978-1-0369-1293-2.

Geschichte der Offenen Brüder auf den zu Schottland gehörenden Shetlandinseln.


Stafford Ray: Escaping from God through Oklahoma. Satan, the Exclusive Brethren and Surviving Excommunication. Ohne Ort? (Selbstverlag/Amazon) 2025. 388 Seiten. 978-1-7638888-9-0.

Autobiografie eines australischen Raven-Taylor-Aussteigers.


Roger Shuff Yatol (Hrsg.): Seriously Romantic. The Journal of William Collingwood RWS. Volumes I–III: 1819–1881. Transcribed and edited with contextual notes. Carlisle (Selbstverlag/Amazon) 2025. v, 546 Seiten. ISBN 979-8-39615473-5.

Roger Shuff Yatol (Hrsg.): Faithful Artistry. The Journal of William Collingwood RWS. Volumes IV–VI: 1881–1903. Transcribed and edited with contextual notes. Carlisle (Selbstverlag/Amazon) 2025. v, 569 Seiten. ISBN 979-8-31135124-9.

An den englischen Maler William Collingwood (1819–1903), der den Offenen Brüdern angehörte und einen kurzen Abriss ihrer Geschichte verfasste, habe ich anlässlich seines 200. Geburtstags 2019 hier im Blog schon einmal erinnert. Er hinterließ sechs Bände mit tagebuchartigen Aufzeichnungen über sein gesamtes Leben (den Zeitraum bis 1857 rekonstruierte er rückblickend), die sich bis heute in Familienbesitz befinden und hier erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im Vorwort gibt Collingwood eine interessante Begründung dafür, warum sein Fokus mehr auf äußeren Ereignissen als auf seiner geistlichen Entwicklung liegt:

Erstens halte ich meine Gefühle im Allgemeinen nicht für aufzeichnungs- oder erinnerungswürdig. Gottes Handeln mit mir in seiner Vorsehung möchte ich stets in Erinnerung behalten – zu seiner Ehre. Aber meine Gefühle gehören mir allein. Ob gut oder schlecht, sie sind allesamt wertlos. Und ich möchte weder, dass mein Christsein darin besteht, noch dass sie im Gedächtnis bewahrt werden.

Zweitens lehne ich es entschieden ab, dass andere das Innenleben eines Menschen kennen, der doch mit Gott im Verborgenen wandeln sollte, oder dass sie sich daran messen – wie es allzu oft geschieht, wenn solche Tagebücher veröffentlicht werden. Ich denke, dass, was auch immer sich manche davon versprechen mögen, durch ihre Verbreitung sowohl den Lesern als auch dem Verfasser wahrscheinlich mehr Schaden zugefügt wird.

Collingwoods oft nur stichwortartige Eintragungen enthalten zahlreiche Hinweise auf Personen und Orte der Brüdergeschichte. Da seine Frau Marie Elisabeth Imhoff (1826–1873) aus der Schweiz stammte, nehmen auch Reisen dorthin breiten Raum ein. Die zweibändige Edition ist mit erläuternden Fußnoten und vielen Abbildungen von Collingwoods Gemälden versehen.


Sheila McGrath Silvernail: Gathered Together. History of the Assembly in Danbury/Brookfield, CT and Elsewhere. New Preston, CT (Selbstverlag) 2025. iv, 262 Seiten. Ohne ISBN.

Diese Lokalgeschichte einer Offenen Brüdergemeinde im US-Bundesstaat Connecticut steht als PDF zum Download zur Verfügung (43 MB); eine gedruckte Ausgabe ist online nicht zu ermitteln.


Núbia Siqueira: George Müller. An Example of Faith and Trust. E-Book. São Paulo (Unipro Editora) 2025. 143 Seiten. ISBN 978-65-5445-070-6.

Biografie. Laut Impressumseite, Google Books und Amazon 2025 erschienen, aber mit dem Copyright-Vermerk 2024. Auch auf Portugiesisch (vermutlich die Originalfassung), Spanisch und Französisch erhältlich.


David A[ndrew] Smith: The Brethren. A historical and theological review. 200th Anniversary Edition 1825–2025. Perth, Australien (Pandani Group) 2025. 64 Seiten. ISBN 978-0-646-71555-1.

Enthält Kapitel über Geschichte, Theologie, Praxis und Zukunft der (Offenen) Brüderbewegung. Eine frühere Version erschien offenbar im Jahr 2000, ist aber online nicht ermittelbar.


Andreas H. Tabert: Brethren Roots. The Triumph and the Tragedy of the Brethren Movement. Edmonton, Alberta (Selbstverlag/Amazon) 2025. 80 Seiten. ISBN 979-827667899-3.

Geschichtlicher Abriss sowohl der Geschlossenen als auch der Offenen Brüder mit Reflexionen zur aktuellen Situation.


W[illiam] G[eorge] Turner: John Nelson Darby – ein Lebensbild. Neustadt (Ernst Paulus) 2025. 76 Seiten. Ohne ISBN.

Die Originalausgabe dieser Biografie erschien 1926 beim „Kelly-Brüder“-Verlag C. A. Hammond in London (2. Auflage 1944) und wurde zwei Jahre später ins Deutsche übersetzt (Verlag von R. Müller-Kersting, Huttwil/Bern, Übersetzung und Vorwort von E. V. Tanner). Angesichts des Fortschritts der Darby-Forschung gerade in den letzten zehn Jahren (Akenson 2016 und 2018, Weremchuk 2021 und 2024, Gribben 2024) ist mir unbegreiflich, warum dieses hoffnungslos veraltete und überholte Buch nach fast einem Jahrhundert noch einmal neu auf den Markt gebracht wird. Längst überwunden geglaubte Irrtümer wie z.B. die Behauptung, Darbys Mutter sei verstorben, als er noch ein Kind war (bereits 1988 von Weremchuk widerlegt!), feiern hier „fröhliche Urständ“. Das Buch hat lediglich noch (forschungs)historischen Wert und kann keinesfalls als aktuelle, zuverlässige Biografie Darbys gelesen werden – was uninformierten Käufern jedoch verschwiegen wird.


AUFSÄTZE


John Bennett: „William Lincoln (1825–1888)“. In: Precious Seed 80 (2025), Heft 1, S. 28 (auch online).

Kurzes Lebensbild des Offenen Bruders William Lincoln, dessen Geburtstag sich am 29. Juni 2025 zum 200. Mal jährte (woran auch hier im Blog erinnert wurde).


Kate Brooks: „Blank, Light, Respectable, Useful: Nineteenth Century Orphan Bodies“. In: Childhood in the Past 18 (2025), S. 55–71 (auch online).

Analyse eines Fotos aus dem Archiv/Museum der Waisenhäuser Georg Müllers in Bristol.


Kate Brooks: „Uncomfortable secrets. Uncovering family history and other stories“. In: The Historian 165 (Spring 2025), S. 46–50.

Über Joseph Bolton Lowe (1853–1925), den Urgroßvater der Autorin, der in Georg Müllers Waisenhäusern aufwuchs.


Iva Ðakovic: „The Development and Activities of Christ’s Church of Brethren in Zagreb“. In: Kairos. Evangelical Journal of Theology 19 (2025), S. 219–261 (auch online).

Geschichte der 1946 gegründeten Brüdergemeinde in Zagreb, die ursprünglich „offen“ war, seit den 1970er Jahren aber anscheinend mit den deutschen „geschlossenen Brüdern“ in Gemeinschaft ist.


Neil Dickson: „Our Heritage: Plymouth Brethren Historiography“. In: The Gospel in the Past. Essays on the Historiography of the Evangelical Movement. Hrsg. von David W. Bebbington. Waco, TX (Baylor University Press) 2025. S. 167–195.

Über die Geschichtsschreibung der Brüderbewegung.


Joshua Fitzhugh: „Myrtlefield House. Resources to Deepen Faith in God and His Word“. In: Cornerstone 9 (2025), Heft 5, S. 10f., 14 (auch online).

Vorstellung des Verlags Myrtlefield House, der die Bücher von David Gooding (1925–2019) herausgibt.


Crawford Gribben: „Eschatology in Evangelical Historiography: Or, Whatever Happened to J. N. Darby?“ In: The Gospel in the Past. Essays on the Historiography of the Evangelical Movement. Hrsg. von David W. Bebbington. Waco, TX (Baylor University Press) 2025. S. 51–70.

Über die Rolle von Darbys Eschatologie in der evangelikalen Geschichtsschreibung.


Tiago Ferraz Heleodoro: „George Müller. Prática da fé na transformação da sociedade“. In: Pós-Escrito 10 (2025), Heft 2, S. 51–63 (auch online).

Übersetzung des Untertitels: „Glaubenspraxis in/bei der Transformation der Gesellschaft“. In portugiesischer Sprache.


Andrew R. Holmes: „Religious Revival and the Challenge of Evangelical Primitivism: Opposition to the Brethren and Lay Preachers in Ulster after the 1859 Revival“. In: Bulletin of the John Rylands Library 101 (2025), Heft 1, S. 61–82 (auch online).

Über den Widerstand gegen „Brüder“ und Laienprediger in Nordirland nach der Erweckungsbewegung von 1859, insbesondere durch die regional dominierende Presbyterian Church in Ireland.


Michael Kotsch: „Georg Müller (1805–1895 [sic]). Fünf Waisenhäuser und großes Vertrauen auf Gottes Versorgung“. In: ders.: Helden des Glaubens. 15 Kurzbiografien aus der Kirchengeschichte. Band IV. Dillenburg/Dübendorf (Christliche Verlagsgesellschaft / Missionswerk Mitternachtsruf) 2025. S. 204–243.

Recht umfangreiches Lebensbild Georg Müllers (1805–1898). Das falsche Todesjahr im Titel, das sich jetzt auch durch alle Bibliografien ziehen wird, wäre vermeidbar gewesen.


Hartmut Kretzer: „Rudolf Kretzer (1907–1975) als Sammler, Auswerter und Multiplikator von ‚Brüder‘-Literatur und -Archivalien“. In: Zeit & Schrift 28 (2025), Heft 3, S. 24–29 (auch online).

Lebensbild Rudolf Kretzers anlässlich seines 50. Todestags, verfasst von seinem Sohn Dr. Hartmut Kretzer, ehemaliger Leiter des Studienseminars Oldenburg für das Lehramt an Gymnasien und Honorarprofessor für Schulpädagogik an der Universität Oldenburg.


Sanja Nilsson / Peter Åkerbäck: „En skola mot strömmen: De exklusiva brödernas skola i Sverige“. In: DIN. Tidsskrift for religion og kultur 1/2025, S. 33–52 (auch online).

Übersetzung des Titels: „Eine Schule gegen den Strom: Die Schule der Exklusiven Brüder in Schweden“. Es handelt sich bereits um mindestens die dritte Veröffentlichung der erstgenannten Autorin über die Raven-Taylor-Symington-Hales-Schule in Nyby. Die Darstellung scheint von Wohlwollen getragen zu sein.


D. Ravikumar: „The Brethren Movement at 200 (1825–2025). Ecclesiology, Eschatology, and Enduring Influence. A Reflection on Two Centuries of Biblical Simplicity and Global Impact“. In: The BBI Journal 2 (2025), Heft 2, S. 123–160 (auch online).

Der Titel dieser Veröffentlichung aus Indien ist an sich selbsterklärend. Über weite Strecken wirkt der Text allerdings wie von einer KI erstellt; Indizien dafür sind nicht nur diverse historische Fehler (z.B. Cronin sei Zahnarzt gewesen, Darby habe bereits die sieben Dispensationen Scofields gelehrt, die Trennung in Plymouth 1845 sei wegen Newtons Christologie erfolgt), sondern vor allem die zu Dutzenden eingestreuten listenartigen Aufzählungen sowie mehrere frei erfundene bzw. „halluzinierte“ Literaturangaben (z.B. die auf S. 157 genannten Bücher von Flegg und McDowell).


Simon Runkel: „Brøðrasamkomur auf den Färöer. Islandness, christliche Moral und Politik aus religionsgeographischer Perspektive“. In: Berichte Geographie und Landeskunde 98 (2025), S. 408–417.

Auf den zwischen Schottland und Island gelegenen Färöer-Inseln ist der Anteil der (Offenen) „Brüder“ an der Gesamtbevölkerung mit 15–16 % weltweit am höchsten. Der Aufsatz geht der Frage nach, „inwiefern die Entstehung, die soziale Stabilität und die gesellschaftspolitische Wirkmächtigkeit“ der färöischen Brüdergemeinden „auch auf die geographische Insellage der Gesellschaft zurückgeführt werden kann und welche Auswirkungen dies mit Blick auf die Trennung von ‚Politik‘ und ‚Religion‘ in der färöischen Gesellschaft hat“. Der Verfasser, dessen Wurzeln in der Geschlossenen Brüderbewegung liegen, ist seit 2019 Professor für Sozialgeographie an der Universität Jena. Warum er sich der im Deutschen üblichen Deklination des Wortes Färöer konsequent verweigert (vgl. bereits den Titel), wurde mir nicht ersichtlich.


Michael Schneider: „Conrad Ferdinand Meyer und die ‚Brüder‘“. In: Zeit & Schrift 28 (2025), Heft 4, S. 27–33 (auch online).

Der Schweizer Dichter Conrad Ferdinand Meyer (1825–1898) interessierte sich aufgrund zweier persönlicher Bekanntschaften um 1860 eine Weile für die „Brüder“ und setzte sich mit deren Ideen auseinander. Im Aufsatz wird vor allem die Geschichte dieser Freundschaften nachgezeichnet (vgl. auch den Blogeintrag zum 200. Geburtstag Meyers am 11. Oktober).


Gerrid Setzer: „William Kelly. Ein fähiger Bibelausleger“. In: Kraft und Gnade. Zehn Männer des Glaubens. Hrsg. von Gerrid Setzer. Hückeswagen (Christliche Schriftenverbreitung) 2025. S. 71–80.

Lebensbild des bekannten Geschlossenen Bruders William Kelly (1821–1906).


Steve Sherwin: „Henry William Soltau (1805–1875)“. In: Precious Seed 80 (2025), Heft 2, S. 14 (auch online).

Henry William Soltau, dessen Todestag sich am 1. Juli 2025 zum 150. Mal jährte, war der Enkel eines deutschen Einwanderers aus Bergedorf bei Hamburg. Durch eine Predigt Percy Francis Halls kam er 1837 in Plymouth zum Glauben und wurde gemeinsam mit Joseph Clulow einer der ersten Verleger der „Brüder“. 1847 trennte er sich von Benjamin Wills Newton, nach 1848 wählte er aber die Seite der Offenen Brüder. Er galt als Spezialist für die Typologie der Stiftshütte und der Opfer und schrieb mehrere Bücher darüber.


Stephen Sherwin: „‘Above the bright blue sky’. Albert Midlane 1825–1909“. In: Precious Seed 80 (2025), Heft 4, S. 12f. (auch online).

Albert Midlane ist im englischen Sprachraum als Liederdichter sehr bekannt. Von seinen über 800 Liedern scheint allerdings nur eines ins Deutsche übersetzt worden zu sein („Revive Thy work, o Lord“), und auch das nur in einer von Fanny Crosby überarbeiteten Version und mit großer übersetzerischer Freiheit („Beleb dein Werk, o Herr“; enthalten in über 20 deutschen Liederbüchern, darunter Glaubenslieder, Nr. 292). Midlane gehörte nacheinander den Baptisten, den Geschlossenen und den Offenen Brüdern an. Sein Geburtstag jährte sich am 23. Januar 2025 zum 200. Mal.


Jeremy Singer: „Saints’ CVs: Anthony Norris Groves“. In: Precious Seed 80 (2025), Heft 3, Beilage YPS (Young Precious Seed), S. [4] (auch online).

Kurzes Lebensbild des bekannten Brüderpioniers (1795–1853) für junge Leser.


Richard Strout: „ancestry.brethren“. In: Cornerstone 9 (2025), Heft 1, S. 2f. (auch online); Heft 2, S. 12f. (auch online); Heft 3, S. 14f. (auch online).

Dreiteilige Artikelserie. Teil 1 behandelt die Anfänge der Brüderbewegung in Großbritannien, insbesondere ihre Bibeltreue, Teil 2 die Geschichte bis zur Bethesda-Trennung und Teil 3 typische Merkmale wie Eschatologie, Missiologie und Hymnologie.


Ken Totton: „Brian Clatworthy 1947–2025“. In: Precious Seed 80 (2025), Heft 3, S. 15 (auch online).

Nachruf auf einen Mitherausgeber der Zeitschrift Precious Seed.


Ausgabe 21 (2025) der Brethren Historical Review konnte bis Jahresende noch nicht ausgeliefert werden und wird daher erst in der nächsten Bibliografie berücksichtigt.


Für Hinweise auf weitere, von mir übersehene Neuerscheinungen bin ich dankbar!

Neuerscheinungen zur Brüderbewegung 2024

Auch am Ende dieses Jahres möchte ich wieder die in den letzten zwölf Monaten erschienenen Veröffentlichungen zur Brüderbewegung übersichtlich zusammenstellen und kurz kommentieren bzw. einordnen.

In zwei frühere Bibliografien habe ich inzwischen noch Nachträge aufgenommen:

  • 2023: Bücher von Griffiths und Higgs; Aufsätze von Albayrak, Bailey, Heinrichs und Markham; Hochschulschriften von Loureiro, Muhirwa und Rodrigues
  • 2022: Bücher von Jennings und McIlhinney; Aufsätze von Gribben, Ice, Miller et al. und Sibley

BÜCHER


Faith Coxe Bailey: George Müller. A Life of Prayer and Compassion. Chicago (Moody Publishers) 2024. 192 Seiten. ISBN 978-0-8024-3519-4.

Biografischer Roman. Zuerst 1958 unter dem Titel Young Rebel in Bristol. Biography of George Mueller for Teen-Agers erschienen.


Dorothy Butters: Blood of the Lamb. Saints, Sinners and Slavery. Ohne Ort (Shakspeare Editorial) 2024. 227 Seiten. ISBN 978-1-0685716-0-2.

Geschichte der Offenen Brüdergemeinde Anniesland Hall in Glasgow. Die Autorin wuchs in der Gemeinde auf, verließ sie jedoch 1974 mit 17 Jahren.


Maria Compton: Out of Faith. A mother, a sect, and a journey to freedom. London (Blink Publishing) 2024. 352 Seiten. ISBN 978-1-78512-182-1.

Der Markt für Raven-Taylor-Symington-Hales-Aussteigerbiografien scheint immer noch nicht gesättigt zu sein; hier handelt es sich um einen neuen Beitrag aus England. Die in den 1960er Jahren geborene Autorin ist Mutter von sechs Kindern, die in der Gruppe verblieben.


J. R. Daick / William Rodgers (Hrsg.): Memoirs of Joseph Stewart. Newtownards, Nordirland (Crimond House Publications) 2024. 59 Seiten. ISBN 978-1-908618-49-8.

Erinnerungen an einen (nord)irischen Evangelisten der Offenen Brüder (1876/77–1946). Zuerst 1946 bei John Ritchie (Kilmarnock) erschienen.


gribbendarbyCrawford Gribben: J. N. Darby and the Roots of Dispensationalism. New York (Oxford University Press) 2024. xvi, 240 Seiten. ISBN 978-0-19-093234-3.

Gribbens Ziel ist es zu zeigen, dass John Nelson Darby nicht der „Vater der Dispensationalismus“ war, als der er heute oft dargestellt wird, sondern dass seine Theologie komplexer war und in vielen Punkten der seiner reformierten Kritiker näher stand als dem modernen Dispensationalismus. In vier großen Kapiteln werden vier theologische Teilgebiete untersucht: Soteriologie, Ekklesiologie, Pneumatologie und Eschatologie. Der Schwerpunkt liegt dabei nicht so sehr auf Darbys frühen Jahren, die in der bisherigen Forschung oft im Zentrum des Interesses standen, sondern eher auf seiner mittleren und späteren Periode, „als seine Führung der exklusiven Brüderbewegung am meisten gefestigt war und er die größte Freiheit hatte, seine Ideen in einer grundsätzlich unterstützenden Gemeinschaft zu entwickeln“ (S. 153). Die ihm nachfolgenden Dispensationalisten, insbesondere in Amerika, hätten seine Theologie dann aber so stark vereinfacht, reduziert und abgewandelt, dass Darby darin wahrscheinlich nur einen weiteren Beweis für den „Verfall der Kirche“ erblickt hätte. Statt als „Vater“ könne er allenfalls als „Großvater“ (S. xi) oder – wie Gribben im April 2024 auf der Jahrestagung des Vereins für Freikirchenforschung sagte – als „Onkel“ des Dispensationalismus bezeichnet werden.

Bei diesem Buch handelt es sich ohne Zweifel um eine der bisher gründlichsten Arbeiten über Darbys Theologie. Gribben steht Darby mit Sympathie gegenüber, verfolgt als Historiker aber keine theologische Agenda und muss Darby daher weder verteidigen noch widerlegen, was zu einem hohen Maß an Objektivität führt. Zu korrigieren wären lediglich ein paar historische Ungenauigkeiten (z.B. wenn auf S. 14 der Eindruck entsteht, die Trennung in Plymouth 1845 wäre bereits auf Newtons christologische Irrtümer zurückzuführen gewesen, oder wenn auf S. 23 Hermanus Cornelis Voorhoeve zum Übersetzerteam des Elberfelder Neuen Testaments gerechnet wird). Auch hätten gelegentliche Zwischenüberschriften die Lektüre der bis zu 30 Seiten langen Kapitel erleichtert.


Peter Herriot: Understanding Religious Fundamentalists. An Introduction. Abingdon / New York (Routledge) 2024. 126 Seiten. ISBN 978-1-032-75013-2.

Als Beispiele für religiösen Fundamentalismus stellt der Verfasser, ein emeritierter Psychologieprofessor mit Wurzeln in der Brüderbewegung, kurioserweise die Taliban und die Offenen Brüder einander gegenüber.


Xosé Manuel López Franco: Galicia Protestante. 100 años en O Grove. Ohne Ort (Alba Stories) 2024. 549 Seiten. ISBN 978-84-09-64450-6.

Geschichte der Offenen Brüdergemeinde in O Grove, Galicien (Spanien).


Betty Magennis / Victor Maxwell: All the Way My Saviour Leads Me. More than forty-six ye‍ars serving God in Zambia. Belfast (Victor Maxwell) 2024. 96 Seiten. ISBN 978-1-913446-60-4.

Die von einer nordirischen Offenen Brüdergemeinde ausgesandte Betty Magennis leitete ein Gesundheitszentrum mit Entbindungsstation in Dipalata (Sambia).


Jean Prod’hom: Un jardin sans clôture. John Nelson Darby et Alexis Muston. Petite Bibliothèque de Spiritualité. Genf (Editions Labor et Fides) 2024. 149 Seiten. ISBN 978-2-8309-1859-5.

Biografische Studien über Darby und den französisch-italienischen Pastor Alexis Muston (1810–1888), die sich 1879 im südfranzösischen Saint-Laurent-du-Pape einmal persönlich begegneten. Der Obertitel des Buches lautet übersetzt „Ein Garten ohne Zaun“. Der 1955 in Lausanne geborene Autor wuchs in einer Brüdergemeinde auf, verließ diese aber bereits mit 15 Jahren.


Neil Summerton (Hrsg.): The Brethren Movement Worldwide. Key Information 2023. Sixth Edition (Revised). Darvel, UK (OPAL Trust) 2024. LI, 425 Seiten. ISBN 978-1-907098-53-6.

Überarbeitete Druckausgabe des 2023 hier vorgestellten E-Books. Der nützliche Gesamtüberblick über die weltweite Geschichte der (Offenen) Brüderbewegung steht jetzt am Anfang statt am Ende des Bandes.


Gary R. Uremovich: Legacy of Faith: An Elder’s Life. In Memory of the Pastoral Impact of George M. Carrera, Sr. Brandon, FL (Growth Publishers / Amazon) 2024. 217 Seiten. ISBN 979-8-32911447-8.

Erinnerungen an George M. Carrera, einen Ältesten der Offenen Brüdergemeinde North­west Bible Chapel in Chicago.


becomingMax S. Weremchuk: Becoming “J.N.D.” The Early Years of John Nelson Darby 1800–1829. A biography. El Cajon, CA (Southern California Seminary Press) 2024. xv, 709 Seiten. ISBN 979-8-9882376-2-4.

Auf dieses Monumentalwerk hatte ich bereits kurz nach seinem Erscheinen hier im Blog hingewiesen.

Max Weremchuk hat in seinem Bestreben, die ersten 29 Lebensjahre John Nelson Darbys minutiös nachzuzeichnen, keinen Stein unumgedreht gelassen: familiärer Hintergrund, Schulzeit, Studium, juristische Ausbildung, Bekehrung, Ordination, kirchlicher Dienst, der berühmte Reitunfall, neue biblische Erkenntnisse und die Anfänge der Brüderbewegung – das alles wird hier ausführlich und detailliert beschrieben, garniert mit vielen, oft umfangreichen Zitaten aus zeitgenössischen Quellen und aus der Sekundärliteratur. Es folgen noch 35 Anhänge, in denen Spezialthemen vertieft oder weitere Quellentexte wiedergegeben werden.

Wer sich vor allem für die Brüderbewegung interessiert, wird natürlich bedauern, dass die Biografie dort abbricht, wo die eigentliche Brüdergeschichte erst beginnt (hier bildet das oben vorgestellte Buch von Gribben eine gute Ergänzung). Timothy Stunt äußert in seiner Rezension in der aktuellen Brethren Historical Review auch Zweifel, ob man bis 1829 überhaupt schon von “Becoming J.N.D.” reden könne – die für Darbys späteres Leben entscheidenden Erfahrungen und Erkenntnisse habe er erst ab 1830 gemacht bzw. gewonnen. Stunt kritisiert ferner den unübersichtlichen Endnotenapparat (der dem Verlag anzulasten ist – Weremchuks Vorlage hatte Fußnoten) und das magere Register von nur fünf Seiten.


Douglas Wertheimer: Philip Henry Gosse. A Biography. Studies in Brethren History, Subsidia. Glasgow (Brethren Archivists and Historians Network) 2024. xxv, 716 Seiten. ISBN 978-1-7391283-2-6 (Paperback), 978-1-7391283-3-3 (Hardback Printed Paper Case), 978-1-7391283-4-0 (Hardback Cloth Bound).

Monumentale Biografie des englischen Naturforschers Philip Henry Gosse (1810–1888), der zumindest zeitweise den Offenen Brüdern angehörte. Ob die von ihm 1857 in St Marychurch (Devon) gegründete Gemeinde noch der Brüderbewegung zugerechnet werden kann, ist umstritten – sein Sohn Edmund verneinte es, Wertheimer bejaht es jedoch.


AUFSÄTZE


bhr2018Ausgabe 19 (2023) der Brethren Historical Review erschien erst Ende Februar 2024 und wird daher auch erst in dieser Bibliografie berücksichtigt. Sie enthält (neben etlichen Rezensionen) folgende Beiträge:

  • Donald Tinder: „Movements Like the Brethren: Denominationalism and the Rise of Nondenominationalism (S. 1–13)
  • Max S. Weremchuk: „Dating Darby’s The Notion of a Clergyman (S. 14–32)
  • Timothy C. F. Stunt: „Some Late Nineteenth-Century Military Brethren (S. 33–40)
  • D[onald] H[arman] Akenson: „Counting the People with No Name. The Uses and Limits of the US Censuses (S. 41–53)
  • Branko Bjelajac: „James William Wiles (1877–1950): Serving the Bible in Serbia and Southeast Europe (S. 54–73)
  • Michael Schneider: „New Writing on Brethren History (S. 74–79)
  • Timothy C. F. Stunt: „William Elfe Tayler (1812 – Nov/?Dec. 1869) (S. 80f.)
  • Neil Dickson: „‘Exclusive’ and ‘Open’: A Footnote (S. 82–90)
  • Neil Summerton: „King Street Chapel, Tiverton: A Brief History (S. 91–99)
  • Peter Conlan: „George Verwer 1938–2023 (S. 143–150)
  • Neil Dickson: „David John Alfred Clines (1938–2022) (S. 151–155)

Die aktuelle Ausgabe 20 (2024) der Brethren Historical Review wurde im Dezember versandt und umfasst folgende Beiträge (von Rezensionen wiederum abgesehen):

  • Craig Hoyle: „England, Jamaica, New Zealand: The Childs Family and the Early Brethren Movement (S. 1–15)
  • Timothy C. F. Stunt: „William Vivian (1803–1836) of Torquay and His Family (S. 16–29)
  • Tim Grass: „Brethren in England and Wales and the 1851 Census of Religious Worship (S. 30–55)
  • Neil Dickson / Tim Grass: „Transmitting Tradition: Engaging with the McLaren ‘Triple Tradition’ Thesis (S. 56–77)
  • Jean DeBernardi: „‘Missionary Studies – By Use of Eye-Gate’: Missionary Helps Postcards, 1907–1921 (S. 78–124)
  • Sam McKinstry / Neil Dickson: „James Austen Laird of Kilmacolm (1878–1950), Christian and Architect (S. 125–156)
  • Crawford Gribben: „W. S. Desai, the Bo’ness Brethren, and Burmese-Indian history (S. 157–185)
  • Michael Schneider: „New Writing on Brethren History (S. 186–190)
  • Douglas Wertheimer: „Deciphering a Wigram Letter to Darby (S. 191–201)
  • Timothy C. F. Stunt: „… and one more individual defies the Brethren stereotype: The Case of Casimir-Marie Gaudibert (1823–1901) (S. 202–207)

Howard A. Barnes: „Samuel Ridout (1855–1930)“. In: Precious Seed 79 (2024), Heft 1, S. 7 (auch online).

Kurzes Lebensbild des amerikanischen Grant-Bruders Samuel Ridout.


John Bennett: „Leonard Strong (1797–1874)“. In: Precious Seed 79 (2024), Heft 1, S. 11 (auch online).

Der Todestag des englischen Guayana-Missionars Leonard Strong jährte sich am 17. Oktober zum 150. Mal. Das kurze Lebensbild legt den Schwerpunkt eher auf die Zeit vor seinem Übertritt zu den „Brüdern“.


John Bennett: „William Yapp 1807–1874“. In: Precious Seed 79 (2024), Heft 4, S. 15 (auch online).

William Yapp, dessen 150. Todestag sich am 28. November ebenfalls zum 150. Mal jährte, gehörte zu den ersten „Brüdern“ in Hereford und wirkte später als Buchhändler und Verleger in London. Nach ihm sind die bei ledergebundenen Bibeln häufig verwendeten überstehenden Einbanddeckel benannt.


Wolfgang Bühne: „Ungewöhnliche Bekehrungen. Von einem, der Christus leben wollte … Robert Cleaver Chapman (1803–1902)“. In: fest und treu 186 (2/2024), S. 8–10.

Wolfgang Bühne: „Robert Cleaver Chapman (1803–1902)“. In: Perspektive 24 (2024), Heft 5, S. 31–33.

Zwei leicht voneinander abweichende Versionen eines Lebensbildes des bekannten „Patriarchen von Barnstaple“. Bei der ersten Version ist ein Download des gesamten Heftes möglich (unter „Dokumente zum Artikel“).


Zach Doppelt: „A Re-evaluation of Anglo-Irish Premillennialism 1789–1914: Part 1“. In: The Evangelical Review of Theology and Politics 12 (2024), S. A29–A48 (auch online).

Zach Doppelt: „A Re-evaluation of Anglo-Irish Premillennialism 1789–1914: Part 2“. In: The Evangelical Review of Theology and Politics 12 (2024), S. A49–A65 (auch online).

Der zweiteilige Artikel vergleicht u.a. den Dispensationalismus mit anderen prämillennialistischen Modellen, wobei auch ausführlich auf John Nelson Darby eingegangen wird.


Jens Dörpinghaus / Vera Weil / Martin W. Sommer: „Towards modeling and analysis of longitudinal social networks“. In: Applied Network Science 9 (2024), Artikel 52 (online).

In diesem informatischen (?) Aufsatz dienen die deutschen Brüdergemeinden als eines von drei Beispielen für „Netzwerke“. Was genau hier untersucht wird, übersteigt allerdings meinen Horizont.


Büşra Elmas: „Dispensasyonalizm: Tarihi, Öğretileri ve Etkileri“. In: Oksident 6 (2024), Heft 1, S. 1–17 (auch online).

Der türkische Titel lautet übersetzt: „Dispensationalismus: Geschichte, Lehren und Einflüsse“. Die Autorin geht u.a. ausführlich auf John Nelson Darby ein.


Christopher H. Evans: „Called to Arouse, Warn, and Save. The American Fascination with Premillennial Dispensationalism“. In: Expanding Energy. The Dynamic Story of Christianity in North America. Hrsg. von Christopher H. Evans und Mark A. Lamport. The Global Story of Christianity 7. Eugene, OR (Cascade) 2024. S. 87–102.

Im Rahmen seiner Überlegungen zur Frage, warum der Dispensationalismus in Amerika so erfolgreich war, beschreibt der Autor auch die Anfänge unter John Nelson Darby.


St(ephan) Holthaus: „Müller, Georg (1805–1898)“. In: ELThG². Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde. Neuausgabe. Hrsg. von Heinzpeter Hempelmann und Uwe Swarat in Verbindung mit Roland Gebauer, Wolfgang Heinrichs, Christoph Raedel und Peter Zimmerling. Band 3. Holzgerlingen (SCM R. Brockhaus) 2024. Sp. 759–761.

Der Lexikonartikel widmet Georg Müllers gemeindlichen Aktivitäten relativ breiten Raum (26 Zeilen) – bis hin zur Erwähnung des ChristusForums Deutschland als heutiger Erscheinungsform der Offenen Brüder –, während seine Waisenhausarbeit überraschend kurz abgehandelt wird (nur gut 8 Zeilen).


Lothar Jung: „75 Jahre Freie Brüdergemeinden – Danke, Herr!“ In: Gemeinde aktuell [11] (2024), Heft 5, S. 11–14.

Überblick über Geschichte und Gegenwart der Freien Brüdergemeinden mit einem hilfreichen Diagramm, das alle relevanten Strömungen der Brüderbewegung berücksichtigt. Das Heft kann insgesamt heruntergeladen werden.


Annie Kaemper: „Dem, der uns liebt“. In: Perspektive 24 (2024), Heft 5, S. 28–30.

Reflexionen über das 1877 erstmals veröffentlichte, bis heute in allen „Brüder“-Liederbüchern enthaltene Lied „Dem, der uns liebt“ (Text, Melodie, Verwendung).


Andreas Liese: „Ein wirklicher Neuanfang? 75 Jahre Dortmunder Beschlüsse“. In: Die Gemeinde [79] (2024), Heft 20/21, S. 24–26.

Angesichts des Austritts vieler Brüdergemeinden aus dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden nach 1945 trafen sich im August 1949 Vertreter von Baptisten- und Brüdergemeinden in Dortmund zu einem „innerbündischen Gespräch“, um das Verhältnis der Brüdergemeinden zum Bund zu klären. Der Autor zeichnet Vorgeschichte und Folgen dieser Besprechung nach.


Andreas Liese: „Sie konnten (noch) nicht zueinander finden: Ein historischer Rückblick auf das Verhältnis von Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und Bund Freier Evangelischer Gemeinden“. In: Freikirchenforschung 33 (2024), S. 90–112.

Der aussagekräftige Titel bedarf keiner weiteren Erläuterung. Wiederholt werden auch die Brüdergemeinden erwähnt.


Kevin Miller / Ian Montgomery / Catherine O’Hara: „Tents, Tabernacles, and Gospel Halls: A Religious Vernacular in Ulster“. In: Prague – Heritages. Past and Present – Built and Social. AMPS Proceedings Series 35.2 (2024), S. 399–410.

Ähnlich wie im 2022 berücksichtigten Artikel derselben Autoren geht es um Versammlungshäuser der Offenen Brüder in Nordirland. Der Band kann insgesamt heruntergeladen werden (63 MB!).


J(ohannes) Reimer: „Nee, Watchman (1903–1972)“. In: ELThG². Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde. Neuausgabe. Hrsg. von Heinzpeter Hempelmann und Uwe Swarat in Verbindung mit Roland Gebauer, Wolfgang Heinrichs, Christoph Raedel und Peter Zimmerling. Band 3. Holzgerlingen (SCM R. Brockhaus) 2024. Sp. 894–896.

Im Rahmen seines knappen Überblicks über Watchman Nees Leben und Werk kommt der Autor zum Schluss auch auf den Einfluss der „Brüder“ und auf Nees kurzzeitige Verbindung mit ihnen zu sprechen.


Silvia Rodríguez de Chiappero: „Las Iglesias de los Hermanos Libres en Santa Fe (Argentina) en sus primeros 100 años (1893–1993). Miradas al rol de la mujer“. In: Protesta y Carisma 4 (2024), Heft 7. 20 Seiten (online).

Der Titel lautet übersetzt: „Die Freien [= Offenen] Brüdergemeinden in Santa Fe (Argentinien) in ihren ersten 100 Jahren (1893–1993). Ein Blick auf die Rolle der Frau“. Die Autorin kommt u.a. zu dem Schluss, „dass bezüglich der Rolle der Frau im öffentlichen Gottesdienst einige Fortschritte gemacht wurden, wenn auch nur vereinzelt“.


Michael Schneider: „‚Ich möchte warnen vor Prinzipienreiterei‘. Emil Dönges über ‚Gastzulassungen‘“. In: Zeit & Schrift 27 (2024), Heft 3, S. 25–31 (auch online).

Im Juli 1903 kam es zwischen Emil Dönges und einigen Dillenburger Geschlossenen Brüdern zu einer „erregten Diskussion über die Zulassung zum Tisch des Herrn“, die anschließend noch mehrere Monate brieflich fortgesetzt wurde. Über diesen bisher unveröffentlichten Briefwechsel berichtet der Artikel.


Michael Schneider: „‚So aktiv wie eh und je‘. Zum 200. Geburtstag von Peter Nippel“. In: Zeit & Schrift 27 (2024), Heft 4, S. 24–31 (auch online).

Peter Nippel, dessen Geburtstag sich am 4. Dezember zum 200. Mal jährte, ist aus der Geschichte der Brüderbewegung als Gründer der zweiten „Versammlung“ auf deutschem Boden (Tübingen 1849) bekannt. Der Artikel gibt erstmals einen Gesamtüberblick über sein durchaus abwechslungsreiches Leben.


Lothar Triebel: „Neue evangelikale Freikirche auf den Weg gebracht. Zusammenschluss von Baptisten und Brüdergemeinden vor dem Aus“. In: Zeitschrift für Religion und Weltanschauung 87 (2024), S. 368–376.

Im April 2024 beschlossen die Brüdergemeinden im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (ChristusForum) mit einer Mehrheit von gut 90 %, eigene Körperschaftsrechte anzustreben und damit aus dem BEFG auszutreten. Der Referent für Freikirchen am Konfessionskundlichen Institut des Evangelischen Bundes in Bensheim analysiert diese Entwicklung.


HOCHSCHULSCHRIFTEN


Lovisa S. Bengtsson: Mediebevakningen av Plymouthbrödernas skola. En studie gällande representationen av Plymouthbrödernas skola i svenska tidningar mellan år 2004–2024. Seminararbeit, Jönköping University 2024. 65 Seiten (auch online).

Der schwedische Titel lautet übersetzt: „Medienberichterstattung über die Plymouth-Brethren-Schule. Eine Studie über die Darstellung der Plymouth-Brethren-Schule in schwedischen Zeitungen zwischen 2004 und 2024“. Es handelt sich um die Schule der Raven-Taylor-Symington-Hales-Brüder im südschwedischen Nyby.


James Isaac Fazio: John Nelson Darby and the Ruin of the Church: Tracing the Development of Darby’s Views Concerning the Present and Future State of the Church (1820–1840). PhD Thesis, Queen’s University Belfast 2024.

Über diese Dissertation liegen online außer dem Titel bisher keine Informationen vor. Doktorvater ist Crawford Gribben (s.o.).


Anand Jonathan Kanchan: Brethren Movement in Karnataka. PhD Thesis, Mangalore University [2024]. [v,] 383 Seiten (auch online).

Geschichte der Brüderbewegung im südindischen Bundesstaat Karnataka.


Samuel Pagán: Odd Fellows: The Intersection of Arminianism and Calvinism in the Writings of Desmond Ford and F. F. Bruce. PhD Thesis. Seventh-day Adventist Theological Seminary, Andrews University, Berrien Springs, MI 2024. vi, 459 Seiten (auch online).

Desmond Ford (1929–2019) war ein australischer adventistischer Theologe, der bei dem Offenen Bruder F. F. Bruce in Manchester promovierte. Anschließend wurde ihm von adventistischer Seite vorgeworfen, er habe sich von Bruces „Calvinismus“ beeinflussen lassen.


Robert Crispin Revington: The Reception of Modern Biblical Scholarship in Britain in Popular Christian Writing. PhD Thesis, University of Toronto 2024. 298 Seiten (auch online).

Das erste Kapitel (S. 46–111) behandelt die Schriften Sir Robert Andersons, der zeitweise den Offenen Brüdern angehörte.


Enoch Wooseok Song: George Müller’s Missionary Pastoral Spirituality and Legacy Analysed from a Missiological Perspective. PhD Thesis, Presbyterian Theological Seminary in America, Santa Fe Springs, CA 2024. xxiv, 419 Seiten.

Das theologische Seminar, an dem diese Dissertation eingereicht wurde, ist mit der Korean Presbyterian Church Abroad verbunden. Dem Inhaltsverzeichnis nach zu urteilen wurde die Arbeit in koreanischer Sprache abgefasst.


Für Hinweise auf weitere, von mir übersehene Neuerscheinungen bin ich dankbar!